Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Problem- und Potenzialanalyse Zentrum Eidelstedt  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Stellingen
TOP: Ö 7
Gremium: Regionalausschuss Stellingen Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 30.11.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:20   (öffentlich ab 18:30) Anlass: Sitzung
Raum: Bürgerhaus Eidelstedt
Ort: Alte Elbgaustraße 12, 22523 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Teilnehmer: Herr Schuster und Frau Gärtner (Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung), Herr Vogt (Fachamt Sozialraummanagement)

 

Frau Gärtner, Herr Vogt und Herr Schuster stellen anhand einer digitalen Präsentation die Ergebnisse der durchgeführten Problem- und Potentialanalyse (PPA) für Teilbereiche des Stadtteils Eidelstedt vor.

 

Herr Vogt erklärt vorab, dass der Ausschuss bereits in der Sitzung am 31.08.2015 darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass es die Einigung mit der zuständigen Fachbehörde gegeben habe, eine Problem- und Potenzialanalyse (PPA) für Eidelstedt-Mitte durchführen zu dürfen. Die PPA müsse darlegen und begründen, warum ein Gebiet in das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) aufgenommen werden soll. Die PPA habe neben der Benennung von Problemen und Potentialen die Aufgabe, Gebietsgrenzen festzulegen und mögliche Handlungsansätze zu beschreiben sowie bereits Vorschläge für infrage kommende Programmsegmente zu formulieren.

Die PPA werde am 04.12.2015 an die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) übersandt. Im Anschluss beginne die Prüfung der PPA in Abstimmung mit anderen Fachbehörden sowie nachfolgend die Befassung der Senatskommission (SENKO) für Stadtentwicklung zur Gebietsfestlegung. Nach Gebietsfestlegung werde ein Integriertes Entwicklungskonzept mit umfänglicher Bürgerbeteiligung erarbeitet, welches dann die Grundlage für die zukünftige Entwicklung darstelle.

 

Weiterhin erklärt Herr Vogt das Vorgehen zur Erstellung der PPA. Zunächst seien die beiden in Frage kommenden statistischen Gebiete 42012 und 42013 definiert worden dies sei zum einen das Zentrum rund um den Eidelstedter Platz und zum anderen das sogenannte „Eisenbahnerviertel“. Anschließend sei eine Bestandsaufnahme durchgeführt worden. Dafür seien Gespräche mit Akteuren vor Ort geführt worden, z.B. Eigentümern von Flächen und Gebäuden, mit Bürgerverein und Bürgerforum sowie Sportvereinen, Kitas etc.

Untersuchungsschwerpunkte seien u.a. mögliche Wohnungsbaupotentiale, Wohnumfeldverbesserungen, die Nutzung von Potentialen durch den Ausbau der S-Bahn sowie die Daten zur Bevölkerungs- und Sozialstruktur gewesen. Zudem sei analysiert worden, welche Bedarfe durch die vorhandenen Angebote bereits abgedeckt werden und in welchen Bereichen z.B. in Bezug auf die soziale und kulturelle Infrastruktur es noch Mängel gebe.

 

Zur Bestandsaufnahme ergänzt Frau Gärtner, dass auch die Ergebnisse der Zukunftsplanung, die im Jahr 2014 durchgehrt wurde, wesentlich zur Erfassung der Probleme und Potentiale beigetragen hätten. Die Benennung sei getrennt für die beiden Gebiete „Zentrum“ und „Eisenbahnerviertel“ erfolgt, da sich für beide Gebiete verschiedene Handlungsansätze ableiten ließen.

 

Frau Gärtnerhrt aus, dass das Zentrum als „Bezirksentlastungszentrum“ eingestuft werde. Um dieser Aufgabe noch besser entsprechen zu können, seien Verbesserungen u.a. in den Bereichen Branchenmix,  Aufenthaltsqualität, Orientierungshilfen, Standortmarketing sowie Parkraum notwendig. Zudem seien Defizite im städtebaulichen Bereich festgestellt worden.

Als Potenziale für die zukünftige Entwicklung des Zentrums seien v.a. die Lage im Stadtteil, die Anziehungskraft des Wochenmarktes und des Bürgerhauses als Stadtteilkulturzentrum sowie grundsätzlich die Entwicklungsbereitschaft durch die engagierten Akteure vor Ort eingestuft worden. Zudem seien Potentialflächen z.B. für den Wohnungsbau vorhanden.

Das Eisenbahnerviertel verfüge über weitläufige private Freiflächen, deren Nachverdichtungsmöglichkeiten geprüft werden müssten. Zudem sei der Gebäudebestand bereits teilweise saniert, die Mieten seien dennoch vergleichsweise günstig. Viele Kinder und Familien würden im Viertel leben. Allerdings gebe es auch eine auffällige Sozialstruktur, eine zu geringe soziale Infrastruktur sowie  nur wenige Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten.

 

Frau Gärtner trägt vor, dass sich, abgeleitet aus den identifizierten Problemen und Potentialen, einige Haupthandlungsfelder herauskristallisiert hätten. Insgesamt definiere RISE 16 Handlungsfelder, davon seien 7 durch die Ergebnisse der PPA als prioritär herausgestellt worden (vgl. anliegende Präsentation, Folie 6). Auf Grundlage der Haupthandlungsfelder seien entsprechende Handlungsansätze benannt worden. Zentral sei die Arbeit eines Gebietsentwicklers („mmerer“), der gemeinsam mit den lokalen Akteuren Prozesse und Projekte anstoßen könne, öffentliche Sitzungen organisiere und moderiere sowie als Ansprechpartner vor Ort tätig sei. Der externe Gebietsentwickler werde durch das Bezirksamt beauftragt. Für das Zentrum seien Aufgaben bspw. die Stärkung der lokalen Ökonomie, die Aktvierung von baulichen Veränderungen, die Schaffung zusätzlicher Aufenthaltsqualitäten, die Stärkung des Wohnens im Zentrum und die Weiterentwicklung des Verkehrskonzeptes.

Im Eisenbahnerviertel solle v.a. das Wohnumfeld durch die Schaffung einer besseren sozialen und kulturellen Infrastruktur aufgewertet werden. Zudem solle eine Prüfung der Nachverdichtungspotenziale erfolgen.

 

Auf Grundlage der benannten Handlungsansätze sei die Gebietsabgrenzung, basierend auf den statistischen Gebieten, erweitert worden. RISE fördere ausschließlich Projekte, die innerhalb der definierten Gebietsgrenzen liegen. Das Gebiet Zentrum solle entsprechend nochmals um öffentliche Flächen erweitert werden, z.B. im Bereich S-Bahn Elbgaustraße und um an das Zentrum anschließende Schulen.

 

Herr Vogt legt dem Ausschuss anschließend dar, wie mögliche Wohnquartiere für Flüchtlinge z.B. im Bereich Duvenacker und Hörgensweg im Gebietsmanagement berücksichtigt werden könnten. Dafür seien die Gebietsabgrenzungen nochmals angepasst worden.

Anschließend benennt er die formulierten Gebietsleitziele und gibt einen Überblick zu Starterprojekten im möglichen Fördergebiet „Zentrum“. Diese könnten nach einer Gebietsaufnahme kurzfristig realisiert werden, sofern die entsprechende Kofinanzierung durch die Projektträger sichergestellt ist. 

Abschließend gibt er einen Ausblick zum weiteren Vorgehen. Für die März-Sitzung 2016 kündigt er einen Bericht zum Ergebnis der Befassung durch die Senatskommission (SENKO) für Stadtentwicklung zur Gebietsfestlegung an.

 

Die Präsentation wird der Niederschrift als Anlage beigefügt.

 

Die Vorsitzende dankt den Referenten für die Vorstellung und bittet um Nachfragen.

 

Herr Heinrich merkt an, dass im Zuge der erwähnten Prüfung von Nachverdichtungspotenzialen im Eisenbahnerviertel darauf geachtet werden solle, dass die vorhandenen Grünflächen nicht zugebaut werden.

Frau Gärtner erklärt, dass unter Nachverdichtung auch eine bessere punktuelle Ausnutzung der bereits bebauten Flächen verstanden werde, z.B. durch Neubau und Aufstockung.

 

Herr Engler erkundigt sich, wie die Gebietsabgrenzung im Detail erfolgt sei. Weiterhin fragt er nach den Auswahlkriterien der vorgestellten Starterprojekte.

Frau Gärtner erklärt zu den Starterprojekten, dass diese in Absprache mit den Eigentümern entwickelt wurden und kurzfristig umsetzbar sein sollen. Weitere Vorschläge würden noch entgegengenommen.

Herr Vogt  ergänzt, dass das Gebiet Eidelstedt-Ost einbezogen wurde, da dieses im Umfeld des geplanten Wohnquartiersr Flüchtlinge am Duvenacker liege und die dortige Infrastruktur mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Planungen betroffen sei. Zudem sei die vorhandene Beteiligungsstruktur grundlegend für die Auswahl gewesen.

 

Ein Bürger erkundigt sich, ob der Busbahnhof am Eidelstedter Platz auch zum definierten Gebiet gehöre. Weiterhin kritisiert er, dass der Bezirk die präsentierten Handlungsansätze und Maßnahmen  nicht aus eigenen Mitteln finanzieren könne.

Frau Gärtner erklärt, dass der Busbahnhof Teil des definierten Gebietes sei. Die finanziellen Mittel, die im Zuge einer erfolgreichen Bewerbung zur Verfügung gestellt würden, enthielten anteilig auch Bundesmittel. Der Bezirk alleine könnte die angedachten Maßnahmen zur Gebietsentwicklung nicht stemmen.

 

Die Vorsitzende dankt den Referenten für die Beantwortung der Nachfragen.

 

Im Anschluss findet eine 5-minütige Pause statt.


Abstimmungsergebnis:

Einstimmig angenommen

Mehrheitlich angenommen

 

Einstimmig abgelehnt

Mehrheitlich abgelehnt