Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Sachstandsbericht "Sprachbrücke-Hamburg e. V."  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Integration, Gleichstellung und Gesundheit
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Soziales, Arbeit, Integration, Gleichstellung und Gesundheit Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 21.06.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:25 Anlass: Sitzung
Raum: Ferdinand-Streb-Saal (Raum 1275), 12.Stock
Ort: Grindelberg 62-66, 20144 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Gast: Frau Haehling von Lanzenauer, Vorsitzende Sprachbrücke-Hamburg e.V.

 

Frau Haehling von Lanzenauer stellt sich sowie den Verein Sprachbrücke-Hamburg e.V. vor und informiert insbesondere über das Projekt „Sprache im Alltag“.

Der Verein Sprachbrücke-Hamburg e.V. bestehe seit Oktober 2013 und habe sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur sprachlichen Förderung von Migranten zu leisten. Ihnen solle ermöglicht werden, erlernte Sprachkenntnisse in Gesprächsrunden anzuwenden und zu vertiefen. Neben den Gesprächsrunden fänden monatlich zudem gemeinsame Exkursionen zur Anwendung der besprochenen Themen statt. Die Inhalte der Gesprächsrunden seien alltagspraktisch angelegt, z.B. Einkaufen, Apothekenbesuch, Nutzung des Nahverkehrs etc.

Eine Teilnahme stehe grundsätzlich jedem Interessierten offen, unabhängig von Aufenthaltsstatus und von eventuellen Vorkenntnissen.

In Eimsbüttel gebe es derzeit 5 Gesprächsrunden. Diese fänden an politisch und religiös neutralen Orten statt. Die Gruppengröße umfasse in der Regel maximal 10 Teilnehmer.

 

Sie bittet die Ausschussmitglieder darum, auf die Arbeit des Vereins aufmerksam zu machen und Interessierte aktiv zu unterstützen, eine Gesprächsrunde zu finden. Weiterhin weist sie darauf hin, dass der Verein interessiert sei, weitere Gesprächsrunden in den späten Nachmittags- bzw. frühen Abendstunden aufzubauen. Hierfür würden geeignete Räumlichkeiten sowie weitere ehrenamtliche Gesprächsleiter benötigt.

 

Im Anschluss an den Vortrag beantwortet Frau Haehling von Lanzenauer die Nachfragen der Ausschussmitglieder.

 

Herr Birnbaum erkundigt sich nach der Anzahl der Mitglieder sowie nach der Finanzierung des Vereins.

Frau Haehling von Lanzenauer antwortet, dass dem Trägerverein 8 Mitglieder angehörten, hinzu kämen ca. 200 ehrenamtlich Tätige. Seit Mai 2016 gebe es eine Förderung des Projektes durch die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI), welche die Stelle der Projektleitung sowie eine Halbtagsstelle finanziere.

 

Frau Nendza fragt, ob die Ehrenamtlichen die Möglichkeit erhielten, an Fortbildungen teilzunehmen. Weiterhin erkundigt sie sich, ob sich die Gesprächsrunden an den Inhalten der Integrationskurse orientierten.

Frau Haehling von Lanzenauer antwortet, dass der Verein stadtweit über fast tausend Kooperationspartner aus den Bereichen Integration, Migration, Bildung, Kultur und Engagementförderung verfüge. Darunter befänden sich auch Anbieter von Sprach- und Integrationskursen. Eine inhaltliche Orientierung an den Integrationskursen sei auf Wunsch der Teilnehmenden möglich. Die Ehrenamtlichen erhielten vorab eine Schulung zur Gesprächsleitung, weitere Fortbildungen würden angeboten.

 

Frau Bonome erkundigt sich, ob die Teilnahme an den Gesprächsrunden kostenpflichtig sei und ob sich die Angebote ausschließlich an Erwachsene oder auch an Kinder und Jugendliche richteten. Weiterhin möchte sie wissen, ob ein Einstieg in die Gesprächsrunden jederzeit möglich sei.

Frau Haehling von Lanzenauer antwortet, dass der Besuch der Gesprächsrunden für die Teilnehmenden kostenfrei sei. Das Angebot richtet sich an Erwachsene, es finde aber keine Überprüfung des Alters statt. Die Angebote fänden kontinuierlich statt, ein Einstieg zum Monatsanfang sei sinnvoll, aber grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt möglich.

 

Frau Jansen fragt, ob für jede neue Örtlichkeit, die gefunden werde, auch weitere Ehrenamtliche benötigt würden.

Frau Haehling von Lanzenauer antwortet, dass insbesondere Ehrenamtliche gesucht würden, die auch tagsüber zur Verfügung stehen. Momentan melden sich vor allem Ehrenamtliche, die aufgrund beruflicher Tätigkeiten nur abends aktiv werden können.

 

Frau Hackbarth-Rouvel erkundigt sich, ob interessierte Ehrenamtliche bestimmte Einstiegsvoraussetzungen erfüllen müssten. Weiterhin möchte sie wissen, ob die Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung erhielten.

Frau Haehling von Lanzenauer antwortet, dass ca. 1/3 der Ehrenamtlichen einen Migrationshintergrund hätten. Dies bewerte sie sehr positiv, da die Teilnehmer von den Erfahrungen der Ehrenamtlichen profitieren könnten. Eine Aufwandsentschädigung könne derzeit nicht gezahlt werden. Durch Spenden sei es aber möglich, die Fahrtkosten für die Exkursionen zu finanzieren.

Der Verein habe ein Leitbild entwickelt, nachdem alle Teilnehmenden, gleich welcher Herkunft, Religion, Kultur etc. gleichermaßen wertzuschätzen seien. Die Ehrenamtlichen würden eine entsprechende Ehrenamtsvereinbarung unterzeichnen.

 

Der Vorsitzende dankt für den ausführlichen Bericht.