Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Zukunft Stellinger Hof  

 
 
Sitzung des Regionalausschusses Stellingen
TOP: Ö 8
Gremium: Regionalausschuss Stellingen Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 26.09.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:00   (öffentlich ab 18:30) Anlass: Sitzung
Raum: Raum 200 (großer Sitzungssaal), 2. Stock
Ort: Basselweg 73, 22527 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Teilnehmer / Gäste: Herr Stephan (Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung),

Herr Günther (Geschäftsführer Günther Franke Gruber Bauherren GmbH),

Herr Müller (Geschäftsführer MIC Müller Immobilienentwicklung und Consulting GmbH)

 

Herr Stephan erklärt vorab, dass mit der Vorstellung des Sachstandsberichtes einem Antrag des Ausschusses aus dem April 2016 entsprochen werde (siehe Drs. 20-1520). Da sich das Fachamt SL bereits seit langem mit dem Stellinger Hof beschäftige, sei es heute zusammen mit den Vertretern der Eigentümer an der Vorstellung beteiligt.

 

Einführend erläutert Herr Stephan anhand einer digitalen Präsentation den Bebauungsplan Stellingen 63 / Eidelstedt 70, der den Stellinger Hof und die umliegenden Grundstücke umplane. Der Bebauungsplan beschäftige Verwaltung und Politik bereits seit 2006. Ziel sei gewesen, den Einzelhandel zu steuern und zu lenken. Der geltende Bebauungsplan sei 2012 festgestellt worden. Der damalige Eigentümer habe daraufhin einen Normenkontrollantrag beim Oberverwaltungsgericht gestellt. Inzwischen habe ein Wechsel des Eigentümers stattgefunden. Der neue Eigentümer habe inzwischen erklärt, den Normenkontrollantrag nicht weiter zu verfolgen. Das Gericht habe das Verfahren somit für abgeschlossen erklärt. Folglich gebe es jetzt ein eindeutig geltendes Planungsrecht.

 

r den Stellinger Hof sei ein Sondergebiet „Freizeit und Einkaufen“ ausgewiesen. Dies entspreche dem Status quo des Stellinger Hofes mit den Freizeiteinrichtungen einerseits und dem Einzelhandel andererseits. In Bezug zum vorherigen Planungsrecht sei aber auch eine Begrenzung des Einzelhandels festgelegt worden. Dieser sei nur im Erdgeschoss zulässig. Die Einzelhandelsbetriebe, die sich in den umliegenden Gewerbegebieten befänden, seien mit dem Bebauungsplan für planungsrechtlich unzulässig erklärt worden. Für die bestehenden Märkte gelte ein Bestandsschutz. Perspektivisch solle aber eine Konzentration des Einzelhandels auf das Gebiet des Stellinger Hofes erfolgen.

 

Die Präsentation wird der Niederschrift als Anlage zu TOP 8 hinzugefügt.

 

Im Anschluss stellen sich Herr Günther und Herr Müller vor und beantworten gemeinsam mit  Herrn Stephan die Nachfragen des Ausschusses sowie der anwesenden BürgerInnen.

 

Herr Günther erklärt, dass die neuen Eigentümer den Stellinger Hof mit dem Ziel erworben hätten, ihn langfristig zu entwickeln und auch langfristig im eigenen Bestand zu behalten. Er freue sich auf konstruktive Gespräche mit der Verwaltung und der Kommunalpolitik.

 

Herr Müller betont, dass eine nachhaltige Lösung für den Stellinger Hof gefunden werden solle. Es seien erhebliche Investitionen in die (Kern-)Bestandsgebäude sowie eine Aufwertung des Umfeldes geplant. Die MIC plane zudem, am Standort ein eigenes Büro zu unterhalten.

 

Frau Vockeroth erkundigt sich, ob am Standort auch Wohnungen gebaut würden.

Herr Stephan antwortet, dass gemäß Bebauungsplan und aus Gründen des Fluglärmschutzes kein Wohnen möglich sei.

 

Herr Heinrich fragt nach, ob eine neue Wegeverbindung von der angrenzenden Kleingartenanlage auf den Stellinger Hof möglich wäre.

Herr Müller antwortet, dass im Zuge der Umbaumaßnahmen eine Verbindung bereits geplant sei.

 

Herr Böttcherchte wissen, ob sich die Entwicklung zunächst auf die Bestandsgebäude beschränke oder ob ggf. auch Neubauten geplant seien.

Herr Stephan antwortet, dass im Bereich der Güterumgehungsbahn Neubauvolumen vorhanden seien. Derzeit befinde man sich in Gesprächen.

 

Herr Hofmann kritisiert die unübersichtliche Verkehrsführung rund um den Stellinger Hof und erkundigt sich, welche Planungen es hierzu gebe.

Herr Günther erklärt, dass dies Bestandteil der Planungen sei. Straßenplaner und Freianlagenplaner seien mit der Entwicklung eines Konzeptes befasst. Derzeit befinde man sich im Gespräch mit Bestandsmietern, um die Interessenslagen festzustellen. Die Ergebnisse werden der Verwaltung und der Kommunalpolitik zu gegebener Zeit vorgestellt.

 

Die Vorsitzendechte wissen, wie das Gebiet aus Sicht des Bezirksamtes insgesamt weiter entwickelt werden solle.

Herr Stephan antwortet, dass der Stellinger Hof insbesondere der Nahversorgung dienen solle. Ein Wachsen in Hinblick auf zentrenrelevante Sortimente bzw. der Bau eines Einkaufszentrums sei nicht beabsichtigt. Hierfür solle das Eidelstedter Zentrum gestärkt werden. Eine Verbesserung der Wegeführung innerhalb des Stellinger Hofes sei gewünscht.

 

Herr Heinrich erkundigt sich, warum die Anbindung eines angrenzenden Discountmarktes über eine bereits gemauerte Abfahrt nicht erfolgt sei.

Herr Stephan antwortet, dass seiner Kenntnis nach der damalige Eigentümer und der Eigentümer des betroffenen Grundstücks keine Einigung über eine Anbindung erzielen konnten. Aus Sicht des Bezirksamtes sei keine Verbindung des Stellinger Hofes mit den umliegenden Grundstücken der Discountmärkte gewünscht.

Herr Heinrich betont, dass eine Verbindung von Seiten der BürgerInnen begrüßt würde.

 

Frau Rüter verdeutlicht, dass der Stellinger Hof für den Stadtteil Stellingen und seine BewohnerInnen von großer Wichtigkeit sei. Ihr Wunsch sei es, den Stellinger Hof zu stärken und als lebendigen Treffpunkt für den Stadtteil zu erhalten.

 

Herr Böttcher erkundigt sich, welche Konsequenzen es habe, dass die angrenzenden Discountmärkte planungsrechtlich für unzulässig erklärt wurden.

Herr Stephan antwortet, dass die bestehenden Märkte Bestandsschutz genießen. Ein Neubau wäre an dieser Stelle aber nicht mehr möglich.

 

Frau Pagels fragt nach, welche Gewerbe grundsätzlich möglich seien. Sie plädiere für eine Ausweitung des Angebots über Einzelhandel hinaus, z.B. medizinische und gastronomische Angebote etc.

Herr Stephan verweist auf die auf Folie 5 der Präsentation genannten Zwecke und Betriebe.

 

Die Vorsitzendechte abschließend von den Vertretern der Eigentümer wissen, wo diese den Stellinger Hof im Zuge der geplanten Stärkung der Stellinger Mitte verorten.

Herr Müller antwortet, dass versucht werde, am Standort eine Vielschichtigkeit zu etablieren. So gebe es bereits neben den Sport- und Freizeitangeboten vielfältige Einzelhandelsangebote im niedrigeren und mittleren Preissegment. Es werde weiterhin versucht, den Gastronomiebereich zu stärken. Inwieweit ein Ausbau der Angebote möglich sei, gelte es weiterhin in Gesprächen mit dem Bezirk zu klären.

 

Herr Heinrich erklärt, dass er die Stärkung des Standortes befürworte. Er merkt an, dass sich die Bevölkerungszahlen in Eidelstedt und Stellingen in den letzten Jahren positiv entwickelt habe, sodass aus seiner Sicht auch zwei Zentren möglich seien.