Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Sachstandsbericht fördern & wohnen  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Integration, Gleichstellung und Gesundheit
TOP: Ö 4.2
Gremium: Ausschuss für Soziales, Arbeit, Integration, Gleichstellung und Gesundheit Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 03.07.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:10 Anlass: Sitzung
Raum: Ferdinand-Streb-Saal (Raum 1275), 12.Stock
Ort: Grindelberg 62-66, 20144 Hamburg
 
Protokoll

Frau Paulsen, fördern & wohnen (f & w), Bereichsleiterin UPW Altona / Eimsbüttel / Wandsbek II und Frau Kianidoost, fördern & wohnen, Ansprechpartnerin für das Projekt Asmara`s World e. V. in Jenfeld stellen sich vor. Anhand einer Präsentation (wird den Ausschussmitgliedern mit der Niederschrift zugesandt) berichten sie über die Partizipation in den Unterkünften mit der Perspektive Wohnen (UPW) im Bezirk Eimsbüttel. Anschließend beantworten sie die Fragen der Ausschussmitglieder.

Frau Paulsen erklärt, dass Partizipation auf Augenhöhe nicht bedeute, die verschiedenen Rollen zu ignorieren, in denen sich die Parteien befinden. F & w habe Vorgaben zu beachten und gewisse Entscheidungsbefugnisse. Aber auch die Bewohnerinnen und Bewohner hätten eine gewisse Rolle mit einem bestimmten Spielraum. Die Kunst liege darin, genau dort hinzuschauen, wo eine Begegnung auf Augenhöhe möglich sei. Ein Bewohnerrat könne ein wichtiges Gremium sein, um die Transparenz zu erhöhen. Wenn man etwas komplexere Zusammenhänge einem Gremium erkläre, könne man die Mitglieder als Multiplikatoren sehen. Man habe dann die Möglichkeit, Zusammenhänge zu erklären, aber auch über Regeln zu sprechen wie z. B. die Zimmerbelegung, wo es Grenzen der Wahlfreiheit gebe. Innerhalb dieser Grenzen bestehe die Chance, nach alternativen Handlungsmöglichkeiten zu suchen. Augenhöhe bedeute auch, konstruktiv an Probleme heranzugehen.

Frau Nendza-Ammar stellt die Fragen, 1. wie sich der Quartiersbeirat in Wandsbek entwickelt habe und ob es Möglichkeiten gebe das Projekt auch in Eimsbüttel durchzuführen. 2. Ob auch Bewohner aus den Unterkünften an den Sitzungen des Quartiersbeirates teilnehmen könnten, um aus ihrer Sicht zu sagen, was im Stadtteil noch fehle und was noch gebraucht werde. 3. Was vom Bewohnerrat noch benötigt werde.

(1.) Frau Kianidoost erklärt, dass die Erfahrungen mit dem Bewohnerrat in Jenfeld gezeigt haben, dass die Durchführung eines Bewohnerrates abhängig von einer externen Begleitung (z. B. Asmara`s World e. V.) sei. Dazu benötige man bezirkliche Mittel, um dieses gewährleisten zu nnen. Frau Strauß denkt, dass es darauf hinaus laufe, in Zusammenarbeit mit dem Houses of Resources, bei der Suche nach Trägern unterstützen zu können. Aber erst müsse man gemeinsam mit f & w die UPW im Duvenacker und in der Oliver-Lißy-Straße ein Stück weit festigen. Anschließend nne man mit den ansässigen Trägern an Lösungen arbeiten.

(2.) Frau Kianidoost erklärt, dass die Strukturen der Beiräte nicht so gestaltet seien, um für alle Menschen zugänglich zu sein. Allerdings unterscheide sich der Quartiersbeirat in Jenfeld in der Gestaltung der Sitzung. Dort können auch Menschen z. B. aus den Unterkünften teilnehmen und die Beteiligung sei recht hoch.

(3.) Ein Mitglied aus dem Bewohnerrat verdeutlicht, dass es z. B. an Übersetzungsmöglichkeiten fehle und dass es wichtig sei, zum Aufbau eines Bewohnerrates das benötigte Wissen vermittelt zu bekommen. Frau Kianidoost bestätigt, dass die sprachlichen Barrieren sehr hoch seien und eine Dolmetscherfunktion sehr wichtig sei. Frau Paulsen informiert die Ausschussmitglieder über eine regelmäßig stattfindende Sprechstunde von f & w, die zu einer Zeit angeboten werde, damit auch Berufstätige sie nutzen können. Dort biete man die Möglichkeit einer Übersetzung an. Frau Strauß bestätigt den bestehenden Sprachmittlerbedarf, man müsse aber genau abwägen, was wirklich hilfreich sei. Auchnne sie es sich gut vorstellen, wenn das Ehrenamt und der Bewohnerrat eng zusammenarbeiten würden und sich gegenseitig unterstützen. Sie macht auf ein zukünftiges Treffen des Bezirksamtes Eimsbüttel mit f & w aufmerksam, an dem sie und der Regionalbeauftragte Herr Dr. Freitag teilnehmen werden. Dort werde man erörtern auf welcher Basis das Projekt aufgebaut und welche Projektfassung es geben werde. Dieses werde dann auch in der neuen Fassung des Integrationskonzeptes Eidelstedt dargestellt.

Frau Paulsen merkt an, dass es zum Thema Fluktuation in den UPW derzeit r eine Einschätzung noch zu früh sei. Auch angesichts des sehr guten Standards der Wohnungen bedürfe es viel Aufklärungsarbeit den Bewohnerinnen und Bewohnern um die Notwendigkeit der eigenständigen Suche nach privatem Wohnraum zu verdeutlichen. Die Chancen, auf dem Wohnungsmarkt in Hamburg erfolgreich zu sein, seien sehr gering und die Voraussetzungen dafür eine schwierige Hemmschwelle. Frau Kianidoost macht auf den Mieterführerschein aufmerksam, der bereits in einer UPW angewandt werde. Dort vermittle man Informationen z. B. zum Thema Hausrat- und Pflegeversicherung. Es werde mit verschiedenen Akteuren zusammengearbeitet (z. B. Verbraucherzentrale, Stadtreinigung). Die Ausschussmitglieder bedanken sich für die ausführliche Berichterstattung.