Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Sachstandsbericht "5. HH Frauenhaus e. V."  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Integration, Gleichstellung und Gesundheit
TOP: Ö 4.2
Gremium: Ausschuss für Soziales, Arbeit, Integration, Gleichstellung und Gesundheit Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 23.04.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:30 Anlass: Sitzung
Raum: Hamburg-Haus, Kleiner Saal
Ort: Doormannsweg 12, 20259 Hamburg
 
Protokoll

Frau Jaar, 5. Hamburger Frauenhaus e. V. stellt sich vor und berichtet anhand einer Präsentation (wird den Ausschussmitgliedern mit der Niederschrift zugesandt) über die Arbeit im 5. Frauenhaus. Anschließend beantwortet sie die Fragen der Ausschussmitglieder. Das 5. Hamburger Frauenhaus habe 30 Plätze und sei am 01.10.1995 gegründet worden. Der Zugangsweg ins Frauenhaus sei immer telefonisch über die Notaufnahmestelle 24/7, diese sei 365 Tage im Jahr erreichbar. Jederzeit nehme man Frauen, die von Gewalt bedroht oder betroffen seien, auf. Im 5. Hamburger Frauenhaus sei die Altersgrenze für Jungen 14 Jahre, dafür nehme man in denusern eins bis drei auch Jungen über 14 Jahre auf. Neben Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen und Erzieherinnen arbeiten auch Mediatorinnen, Diplomübersetzerinnen und Verwaltungskräfte ect. für die Hamburger Frauenhäuser. Das 5. Frauenhaus habe sechs Mitarbeiterinnen, davon seien vier Mitarbeiterinnen r die Frauen und zwei Mitarbeiterinnen r die Kinder zuständig. Die Anonymität in Bezug auf die Adresse sei ein wichtiger Aspekt und in der Hausordnung verankert. Auch der Ortungsdienst Global Positioning System (GPS) im Handy sse bei Einzug ausgeschaltet werden. Nur so könne man erreichen, dass das Frauenhaus ein Schutzort bleibe. Leider gebe es keine Einrichtung speziell r Frauen mit psychischen Erkrankungen. Das 5. Frauenhaus sei nicht barrierefrei, habe aber einen inklusiven Ansatz (user eins bis drei barrierefrei). In Hamburg gebe es für die Frauenhäuser spezielle Ansprechpartner im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) und es finde eine enge Zusammenarbeit statt. Die Mitarbeitenden seien mit den Problematiken vertraut und eine Terminabsprache sei auch kurzfristig möglich. Das Projekt der Daniel Lawaetz-Stiftung Vivienda unterstütze die Frauen bei der Wohnungssuche und bei den Gesprächen mit dem Vermieter. Jeden Tag bekomme man Anfragen von der Hauptnotaufnahmestelle auf freie Plätze und diese seien umgehend wieder belegt. Es gebe eine Statistik in Bezug auf den Zeitraum der Unterbringung der Frauen:

2 Prozent

1 bis 3 Tage

6 Prozent

4 bis 7 Tage

9 Prozent

8 bis 14 Tage

8 Prozent

15 bis 29 Tage

27 Prozent

1 bis 3 Monate

18 Prozent

3 bis 6 Monate

Der längste Zeitraum der Unterbringung sei zwei Jahre gewesen. Die Finanzierung der Frauenhäuser laufe über die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) in Form einer Zuwendung. Haustiere können in den Hamburger Frauenhäusern nicht mit aufgenommen werden, dafür gebe es in Heide die Möglichkeit. In Deutschland gebe es insgesamt ungefähr 450 Frauenhäuser, davon habe Hamburg derzeit 191 Frauenhausplätze. Nach der Istanbul-Konvention: Abkommen zum Schutz vor Gewalt an Frauen habe Hamburg, gerechnet auf 1,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, einen Anspruch auf mindestens 457 Schutzplätze. Derzeit ergebe dieses ein Defizit von 248 Plätzen (Schlüssel 10 000 Einwohnerinnen/Einwohner 2,5 Plätze). Geplant sei die Gründung eines 6. Frauenhauses in Hamburg mit 30 Plätzen. Eine Problematik bestehe u. a. darin, dass man die geheime Adresse der Frauenhäuser bei der Anmeldung im Fachamt für Einwohnerwesen angegeben müsse. Die Angabe einer öffentlichen Postfachadresse sei aus technischen Gründen des Anmeldesystems nicht möglich. Außerdem sei die Adresse der Frauenhäuser dem Fachamt für Ausländerangelegenheiten und auch der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) durch das Fachamt für Einwohnerwesen bekannt. So entstehe eine Sicherheitslücke bei der Geheimhaltung der Adresse der Frauenhäuser. Als Notlösung gebe man die Büroadresse an, welches zur Folge habe, dass die Post dorthin ausgeliefert werde. Zu dieser Problematik bestehe dringend Unterstützungsbedarf. Die Ausschussmitglieder empfehlen die Kontaktaufnahme zur Fachamtsleitung des Einwohnerwesens oder des Fachamtes r Ausländerangelegenheiten in Eimsbüttel. Der Vorsitzende schlägt eine erneute Einladung des Frauenhauses in die 21. Legislaturperiode vor. Die Ausschussmitglieder bedanken sich für die ausführliche Berichterstattung.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Microsoft PowerPoint - Präs_SIGG_Haus5 (261 KB)