Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Vorstellung des Rahmenplanentwurfs Diebsteich durch die Fachbehörde  

 
 
Sitzung des Ausschusses Stadtplanung
TOP: Ö 3
Gremium: Stadtplanung Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 04.02.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:26 Anlass: Sitzung
Raum: Hamburg-Haus, Hermann-Boßdorf-Saal
Ort: Doormannsweg 12, 20259 Hamburg
 
Protokoll

ste: Frau Ferber (Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW), Leiterin Projektgruppe Planung Mitte Altona, Frau Pockrand (BSW), Leiterin Referat Bodenordnung

 

Frau Pockrand stellt sich und Frau Ferber einleitend vor. Sie sei für die vorbereitenden Untersuchungen (VU) für die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme nach § 165 Absatz 4 BauGB auf den Flächen östlich und westlich des neuen Regional- und Fernbahnhofs zusndig, die im Februar 2017 im Auftrag des Senats eingeleitet wurden. Für den städtebaulich-landschaftsplanerischen Rahmenplan, der innerhalb des Prozesses der VU Diebsteich erarbeitet werde, sei Frau Ferber zuständig. Anschließend erläutert Frau Pockrand die Gebietsumgrenzungen der VU und der Rahmenplanung sowie des Vorbehaltsgebietes. Ferner stellt Frau Pockrand den vom Senat bei Einleitung der VU formulierten Arbeitsauftrag dar und erläutert die bisherigen und zukünftigen Arbeitsschritte des Verfahrens inklusive der erfolgten Bürger- und TöB-Beteiligung. Derzeit befinde man sich in der Phase der Finalisierung des Rahmenplans. Nach Abschluss der VU durch den Endbericht des beauftragten Planerkonsortiums voraussichtlich im Sommer werden Senat und Bürgerschaft mit den Ergebnissen befasst.

Frau Ferber erläutert, dass im Entwurf des Rahmenplanes zwei Zeithorizonte dargestellt seien:

  1. Die Planungen für das Jahr 2027. Hierbei handele es sich um den frühestmöglichen Zeitpunkt für die Eröffnung des Fernbahnhofes.
  2. Planungen für den Zeithorizont 2040. Zu diesem Zeitpunktnnten auch die Flächen der Metro sowie das Briefverteilzentrum verfügbar sein.

Frau Ferber erläutert die unterschiedlichen Bausteine der Entwicklung: Musikhalle, Regionalligastadion, Sportpark, gemischt genutzte Quartiere mit großem Anteil an produzierendem Gewerbe auf den Flächen der Metro sowie dem derzeitigen Briefverteilzentrum, neuer Schulcampus auf den Flächen der Kurt-Tucholsky-Schule sowie das verkehrliche Konzept. Im Zusammenhang mit den Planungen zum Gewerbegebiet rund um den Haferweg habe die BSW Gespräche mit den großen ansässigen Unternehmen geführt. Im Rahmenplan seien daraufhin die Zielsetzungen Verdichtung und Weiterentwicklung im Bestand sowie die Ausbildung strenbegleitender Kanten aufgenommen worden. Frau Ferber ergänzt, dass das Vattenfall-Grundstück nicht zur Verfügung stünde, da die Behörde für Umwelt und Energie dieses für die Energieversorgung benötige.

Des Weiteren führt Frau Ferber aus, dass die Neustrukturierung des Eimsbütteler Marktplatzes als Zukunftsthema aufgenommen worden sei und die Umgestaltung auch im Rahmen der Magistralen-Entwicklung betrachtet werde.

Herr Armi merkt an, dass sich der Ausschuss bereits im Anschluss an den Sachstandsbericht zum Rahmenplanentwurf im Stadtplanungsausschuss am 19.03.2019 kritisch in Bezug auf die geringe Stellplatzanzahl vor dem Bahnhof geäert habe. Ferner müsse auf dem Plan zur Kfz-Erschließung (Folie 31) die BAB 7 in Richtung Volksparkstraße, und nicht in Richtung Stellingen markiert, werden. Auch die bestehende Ausschilderung am Eimsbütteler Marktplatz sollte dementsprechend geändert werden.

Frau Ferber nimmt die Anmerkungen zur Kenntnis.

Herr Kuhn erfragt die konkrete Anzahl der Stellplätze vor dem geplanten Bahnhof. Falls bei der im Rahmenplan dargestellten Kantenausbildung entlang des Eimsbütteler Marktplatzes auch Gewerbe-/Einzelhandelsbetriebe vorgesehen seien, befürchtet Herr Kuhn eine Gefährdung des bestehenden Zentrums an der Osterstraße. Des Weiteren erkundigt er sich, ob die Musikhalle nun sicher an diesem Standort vorgesehen sei.

Frau Ferber erläutert, dass unter dem Empfangsgebäude eine Tiefgarage mit 22 öffentlichen Parkplätzen und weiteren Stellplätzen für die Hotel- beziehungsweise Büronutzung geplant sei. In der Quartiersgarage unter dem Regionalligastadion seien auf einer Ebene etwa 500 Stellplätze nachweisbar, eventuell könne hier sogar eine weitere TG-Ebene geplant werden. Weitere Kurzzeitparkplätze könnten grundsätzlich in geringer Zahl in der vorrangig gewerblich genutzten Straße nördlich des Stadions sowie in der Waidmannstraße entstehen. Das Thema werde in der weiteren Projektentwicklung noch vertiefter behandelt. Grundsätzlich sehe die Planung, in Abstimmung mit der BWVI, keine Parkplätze für Pendler sondern nur gebührenpflichtige oder Kurzzeitparkplätze vor. Die entlang des Eimsbütteler Marktplatzes dargestellten Kanten seien stadträumlich gedacht. Konkrete Nutzungen seien damit nicht verbunden. Frau Ferber ergänzt, dass der bisherige Prozess zur Rahmenplanung unter Beteiligung der FHH-Dienststellen erfolgt sei. Eine Befassung von Senat und Bürgerschaft erfolge durch eine Drucksache zum Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen, die in den nächsten Monaten erarbeitet werde. Der Standort r die Musikhalle sei unter den FHH-Dienststellen abgestimmt und wird insbesondere von der Kulturbehörde sehr begrüßt. Ferner sei die Halle als reine Musikhalle und nicht als Mehrzweckhalle vorgesehen.

Herr Obens erkundigt sich nach dem geplanten Fassungsvermögen der Musikhalle.

Frau Ferber hrt aus, dass die Halle maximal 4.000 bis 5.000 BesucherInnen aufnehmen könne. Diese Art der Veranstaltung nde wahrscheinlich höchstens nur zwei- bis dreimal pro Woche statt. Ansonsten würde die Halle für Konzerte mit 2.000 bis 3.000 BesucherInnen genutzt werden.

Herr Klein fragt, ob das Stadion im Eigentum der Stadt oder im Eigentum des Vereins sein werde.

Frau Ferber entgegnet, dass es sich um eine komplexe Immobilie mit Mantelbebauung und Quartiersgarage handele und noch nicht geklärt sei, ob das Stadion durch die Stadt oder einen Investor erbaut werde. Ende 2026 werde die Adolf-Jäger-Kampfbahn nicht mehr als Spielstätte zur Verfügung stehen und deshalb solle das neue Stadion am Diebsteich möglichst zum 01. Januar 2027 nutzbar sein.

Herr Leiste erkundigt sich, ob das Regionalligastadion auch zweitligatauglich sei, sollte Altona 93 einmal aufsteigen.

Frau Ferber erläutert, dass das Stadion für bis zu 5.000 BesucherInnen geplant und eine Bundesligatauglichkeit nach ihrer Kenntnis damit nicht gegeben sei. Das Regionalligastadion sei aber auch nicht nur für Altona 93, sondern für den gesamten Hamburger Westen vorgesehen.

Herr Lauchte wissen, ob am neuen Bahnhof eine Fahrradparkgarage geplant sei und erkundigt sich nach der geplanten Bussituation, insbesondere für den Bus 183 und ob westlich der Gleise ebenfalls ein Busbahnhof, eventuell mit einer Verbindung nach Osdorf, entwickelt werde.

Frau Ferber verdeutlicht anhand der Folie 32, dass der Bus 183 gemäß der Planungen des HVV aus dem Jahr 2016 weiterhin aus Altona nach Norden in Richtung Stellingen fahren werde, dabei aber den neuen Bahnhof am Diebsteich anbinde. Sie ergänzt, dass am Bahnhof kein Busbahnhof geplant sei, sondern jeweils Bushaltestellen. Eine Busverbindung nach Osdorf sei ihres Wissens derzeit nicht vorgesehen, dies könne aber durch die politischen Vertreter gegenüber dem HVV angeregt werden. Eine Fahrradstation mit bis zu 600 Stellplätzen sei im Empfangsgebäude vorgesehen. Weitere Fahrradstellplätze könnten in der Quartiersgarage geschaffen werden.

Frau Erk äert Bedenken bezüglich der engen Nachbarschaft der lärmintensiven Nutzungen Regionalligastadion und Musikhalle.

Frau Ferber entgegnet, dass man sich vor allem Synergieeffekte erhoffe, beispielsweise durch gemeinsam genutzte Stellplätze. Dieses und welche baulichen Anforderungen aus dieser Nachbarschaft abgeleitet werden müssen, werde konkreter in den nächsten Planungsschritten untersucht.

Herr Heymann erkundigt sich nach dem Radverkehrsnetz und ob bei der Streckenführung durch das Gewerbegebiet eine Verbreiterung des bestehenden Straßenquerschnitts vorgesehen sei. Zudem fehle eine Anbindung an den Eimsbütteler Marktplatz.

Frau Ferber stimmt Herrn Heymann zu, dass es auch ihrer Ansicht nach richtig und wichtig sei, den Straßenraum neu zu sortieren. Dieser Konkretisierungsschritt liege aber im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Altona. Die Realisierung der wichtigen Ost-West-Radverbindung über eine Veloroute sei als langfristiges Ziel in den Rahmenplan 2040 aufgenommen.

Herr Bohny spricht sich dafür aus, möglichst mittelständisches Gewerbe und keinen Einzelhandel auf den Gewerbeflächen anzusiedeln.

Frau Ferber erläutert, dass das Bezirksamt Altona für die Flächen zuständig sei und über Bebauungspläne steuernd eingreifen könne. Es würde auch dem Wunsch der BSW entsprechen, neues Planrecht zu schaffen.

Herr Pillatzke fragt nach der Anzahl der vorgehaltenen Stellplätze für den Hol- und Bringverkehr. Im derzeitigen Fernbahnhof Altona würde es 40 Stellplätze für diesen Zweck geben.

Frau Ferber erläutert, es gebe viele Möglichkeiten zu parken, es sei jedoch kein P+R vorgesehen. In der Tiefgarage unter dem Empfangsgebäude sowie im öffentlichen Straßenraum werde geprüft, wo öffentliche Parkplätze für Kurzzeitparker geschaffen werden.

Frau Zimmermann erkundigt sich, ob es tatsächlich möglich sei, eine Friedhofnutzung in Frage zu stellen.

Frau Ferber verweist auf Gespräche mit der Kirche. Mannne sich vorstellen, lange nicht belegte Friedhöfe oder Teile der Friedhöfe in einen Park zu verwandeln. Dies sei auch für Teilbereiche des Friedhofes im Rahmenplangebiet vorgesehen.

Der Stadtplanungsausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis.

(Hinweis: Die verwendete Präsentation zu diesem Tagesordnungspunkt wurde den Mitgliedern nach der Sitzung elektronisch zur Verfügung gestellt.)

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 1_NEU_final 2020-02-04_StadtplanungsA_Eimsbüttel_Diebsteich (13166 KB)