Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Sondermittel für die Arbeit des Café WhyNot? Referenteneinladung aus Drs. 20-3719  

 
 
Sitzung des Hauptausschusses
TOP: Ö 1.1
Gremium: Hauptausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 12.03.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:15 Anlass: Sitzung
Raum: Ferdinand-Streb-Saal (Raum 1275), 12.Stock
Ort: Grindelberg 62-66, 20144 Hamburg
 
Protokoll

Gast: Herr Uwe Klüter Pastor von der Freien evangelischen Gemeinde Lokstedt.

 

Herr Klüter wurde mit dem BV-Beschluss vom 23.05.2019 (SOMI-Antrag) eingeladen, da die Politik über die Widersprüche zwischen den Leitlinien des Cafe Why not? und seinem Träger Stiftung Freie evangelische Gemeinde Hamburg-Lokstedt diskutieren wollte.

 

Herr Klüter stellt sich vor und beschreibt einleitend, wie es zu diesem Antrag kam. Im Februar 2019 gab es eine Stellungnahme des Bundes zur Homosexualität in Freien evangelischen Gemeinden. Daraufhin schrieb er im März 2019 seinem Präses und der Bundesleitung um sich von dem Inhalt, aber auch insbesondere von der Art der Veröffentlichung der besagten Stellungnahme zu distanzieren.

Er sei Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Hamburg-Lokstedt und Gründer sowie Leiter des Integrations-Cafe Why not? Die Gemeinde Lokstedt habe viele Arbeitsbereiche und einer von ihnen sei das Cafe Why not? Die Gemeinde Lokstedt ist eine von 40 Gemeinden und somit Teil der Freien evangelischen Gemeinde Norddeutschland, welche die eigentliche Stiftung sei. Diese Stiftung gehöre zum Bund Freier evangelischer Gemeinden (KDÖR).

Unser Bund sei kongregationistisch organisiert. Das bedeute, dass die Autonomie der einzelnen Kirchengemeinde oberste Priorität habe.

Die Stiftung in Hamburg und der Bund Freier evangelischer Gemeinden gebe der Gemeinde Lokstedt die rechtliche Form als Vertretung vor dem Staat.

Die Leitungsgremien der Stiftung in Hamburg und vom Bund Freier Gemeinden haben keinerlei Weisungsbefugnis gegenüber unserer Gemeinde Lokstedt. Sie nützen lediglich dienender und unterstützender Funktionen.

Herr Klüter erklärt weiterhin, die eingangs erwähnte Stellungnahme sei ein Arbeitspapier zur Unterstützung bei der Orientierung für die Arbeit, welches die Pastoren in den Gemeinden benutzen können. Dieses Papier habe keinerlei Weisungsbefugnis. Es gab bereits ein Papier noch aus den 90er-Jahren, welches im Gegensatz noch erheblich konservativer war.

Die Kirche habe immer an dem Thema gearbeitet und Maßstäbe gesetzt, welche in der Bibel auch auffindbar seien. Zum einen sei da Gott, der für alle Menschen da sei und allen Menschen Versöhnung anbiete und zum zweiten die Nächstenliebe zu allen Menschen auf der Welt.

Abschließend nennt Herr Klüter die Leitlinien des Cafe Why not?, welche vergleichbar mit denen der Kirchengemeinde seien.

 

Herr Gutzeit hat gleich 3 Fragen:

1)      Wird das Recht der Frauen auf Schwangerschaftsabbruch akzeptiert?

2)      Wie ist Ihre Haltung zu Sexualerziehung an Hamburger Schulen und Kitas?

3)      Wie stehen Sie zu vorehelichem Geschlechtsverkehr?

 

Herr Klüter antwortet wie folgt:

1)      Ja, jeder habe das Recht sein Leben lebenswert zu gestalten. Ich werde nicht gut oder schlecht sagen aber ich helfe gern, so dass der Fragende eine Entscheidung treffen kann.

2)      Ja, ich stehe voll dahinter. Jeder Mensch hat das Recht, eigene Werte für seine Sexualität zu leben und damit seine Erfahrungen zu machen. Es geht grundsätzlich nicht um Dimensionen wie: ‚Das ist richtig oder ‚das ist falsch‘.

3)      Ja, jeder solle seine Entscheidung selbst treffen.

 

Herr Hadji Mir Agha dankt Herrn Klüter für die Ausführungen und für die gute Arbeit, welche er im Bezirk Eimsbüttel leiste.

 

Herr Gottlieb schließt sich dem Wortbeitrag seines Vorredners an und dankt vor allem für die erfrischenden Worte.

 

Frau Pagels spricht ihre Verwunderung darüber aus, warum die Kirche überhaupt Sondermittel erhalten würde. r die vielen Projekte, die die Kirche anbiete, fände sie die Unterstützung aber völlig ok.

Sie möchte weiterhin wissen, ob auch ein schwules Pärchen ein Kind taufen lassen könne.

 

Herr Klüter antwortet, dass nur Erwachsene aufgrund ihres persönlichen Glaubens getauft würden. Dabei ginge es ausschließlich um die Gewissensentscheidung des mündigen Individuums. Durch den Respekt gegenüber dieser Mündigkeit stärke sich das Gemeinwohl, welches an oberster Stelle stünde.

 

Herr Gutzeit erzählt, dass im Bibel-TV Sender gerade über Arbeitsprozesse bei den Kirchen berichtet werde und möchte daher wissen, wie viele Mitarbeiter es gebe. Ab 5 Personen müsse es auch einen Betriebsrat geben.

 

Herr Klüter antwortet, dass er der einzige hauptamtliche Mitarbeiter sei. Es gebe noch weitere Kollegen, welche aber alle als ehrenamtliche Mitarbeiter tig seien. Als Personalvertretung gebe es zwei Vertrauenspastoren, welche zwischen Pastorenschaft und Gemeindeleitung vermitteln würden.

 

Abschließend weist Herr Gutzeit auf den heutigen Bericht der TAZ hin, in dem es um Berichte aus dem Bibel-TV Sender ginge.

 

Frau Dr. Putz bedankt sich für die Ausführungen.

 

Herr Klüter bedankt sich auch und sagt, es täte gut in diesem Kreise gesprochen zu haben.