Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Bebauungsplan-Entwurf Niendorf 93 (Joachim-Mähl-Straße) Bericht Grobabstimmung, Zustimmung zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung.   

 
 
Sitzung des Ausschusses Stadtplanung
TOP: Ö 4
Gremium: Stadtplanung Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 26.05.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 21:00 Anlass: Sitzung
Raum: Hamburg-Haus, Hermann-Boßdorf-Saal
Ort: Doormannsweg 12, 20259 Hamburg
 
Protokoll

Frau Häffner weist zunächst darauf hin, dass man die Aufstellungsinformation für diesen Bebauungsplan bereits zur Sitzung des Stadtplanungsausschusses im März 2020 vorbereitet habe. Aufgrund der bekannten Umstände durch das Corona-Virus und den damit verbundenen Sitzungsausfall sei die Aufstellungsinformation dann dem Hauptausschuss am 26.03.2020 als Mitteilung der Verwaltung (Drs. 21-0855) zur Kenntnis gegeben worden.

Frau Häffner stellt zusammenfassend anhand einiger Luftbilder noch einmal die konkrete Lage des Plangebietes dar und geht auf die verschiedenen Planungsziele des Bebauungsplanes ein: Man plane eine maßvolle Nachverdichtung im Nahbereich der U-Bahnhaltestelle Joachim-Mähl-Straße sowie eine verbesserte Einbindung des Plangebietes in das grüne Wegenetz und eine bessere Durchgängigkeit des Quartiers. Dies veranschaulicht sie anhand einiger Übersichten zum Flächennutzungsplan und zum Landschaftsprogramm.

Sie geht weiterhin auf das geltende Planrecht sowie den derzeitigen Stand des Bebauungsplan-Entwurfs ein und weist darauf hin, dass man im Zuge der Planungen ein Bauvorhaben zurückgestellt habe, da es den Zielen des Bebauungsplanes widerspreche.

Frau Häffner weist darauf hin, dass für die Herstellung der bereits erwähnten Grünverbindungen viele private Flächen eingebunden werden müssten. Man rechne mit einem erhöhten Arbeitsaufwand durch die Verhandlungen mit den Eigentümern.

Herr Kuhn stellt fest, dass die vorgestellte Planung gut zu der Zielrichtung passe, in der Nähe von U-Bahnhaltestellen nachzuverdichten. Allerdings stelle sich ihm die Frage, was unter einer „maßvollen“ Nachverdichtung zu verstehen sei.

Herr Mir Agha ergänzt, dass insbesondere bei den aktuellen Bauprojekten südlich des Plangebietes wenig Grün bestehen bleibe. Man habe hier eine Versiegelungsquote von über 90 Prozent. Insofern stelle sich tatsächlich die Frage, wie man die Planung maßvoll angehen wolle. Weiterhin möchte er wissen, warum man für diesen Bebauungsplan-Entwurf nicht weitere Flächen oberhalb des jetzigen Plangebietes einbeziehe.

Frau Häffner erläutert, dass man auch dieses nördlich angrenzende Gebiet derzeit näher betrachte. Man habe mit diesem Bebauungsplan-Entwurf zunächst einen Anfang machen wollen. Sie bestätigt, dass in Teilen des Plangebietes bereits sehr viel in zweiter Reihe gebaut und im Zuge dessen auch viel versiegelt worden sei. Zur Frage nach der „maßvollen“ Planung führt sie aus, dass man sich entlang der Paul-Sorge-Straße eine 3 bis 4 geschossige Bebauung vorstellen könne. Ebenfalls überall dort, wo bereits eine höhere Bebauung vorhanden sei. Alles in allem habe man es hier mit einem sehr heterogenen Gebiet zu tun, welches einer sehr genauen Planung bedürfe.

Herrn Altner fragt ob die Verdichtung dem Hamburger Maß entspreche.

Frau Häffner erläutert, dass nach dem Hamburger Maß in den äeren Stadtteilen geringere Dichtemaße als im hochverdichteten Innenstadtbereichen angegeben seien, insofern stünde dieses im Einklang.

Frau Schwarzarius merkt an, dass Niendorf von der Altersstruktur der Bevölkerung zu den ältesten Stadtteilen gehöre und es hier viele gewachsene Strukturen und auch eine große Einzelhausbebauung gebe. Man müsse daher genau überlegen, wie man die Entwicklung steuern könne. Die Wegeverbindungen seien derzeit schwer auffindbar.

Frau Häffner antwortet, dass es auch Ziel der Planung sei, die bestehenden Wegeverbindungen abseits der Straßen besser sichtbar zu machen.

Herr Heymann erkundigt sich, ob der Bebauungsplan-Entwurf noch detaillierter ausgestaltet werde. Weiterhin möchte er wissen, ob Probleme mit Überschwemmungen zu erwarten seien.

Frau Häffner erklärt, dass sich der Entwurf bislang auf den Stand nach der Grobabstimmung beziehe und dementsprechend noch nicht ausgearbeitet sei. Zum Thema „Überschwemmungen“ werde es, wie bei allen Bebauungsplänen, konkrete Vorgaben geben.

Herr Leiste ärgert sich über die ständig steigenden Versiegelungen. Gerade bei der Aufstellung von neuen Bebauungsplänen erhalte man doch die Möglichkeit, neue Grünflächen, Pflanzen, Hecken etc. aufzunehmen.

Frau Häffner macht darauf aufmerksam, dass es zum Thema „Grün“ noch entsprechende Festsetzungen wie beispielsweise „Dachbegrünung“ oder „Pflanzgebote“ geben werde.

Der Stadtplanungsausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis und stimmt der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung in Form einer frühzeitigen Auslegung oder einem frühzeitigen Aushang zu.

(Hinweis: die Präsentation zu diesem Tagesordnungspunkt wurde den Mitgliedern nach der Sitzung elektronisch zur Verfügung gestellt.)

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Nie93_Bericht GA_Zustimmung ÖPD+ (2111 KB)