Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Bauphasenablauf während des Ausbaus und der Überdeckelung der A 7 (s. Drs. 1524/XVIII, Bericht BSU)  

 
 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses
TOP: Ö 1.1
Gremium: Stadtplanungsausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 31.08.2010 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:30 - 19:45 Anlass: Sitzung
Raum: Ferdinand-Streb-Saal (Raum 1275), 12.Stock
Ort: Grindelberg 62-66, 20144 Hamburg
 
Protokoll

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Eimsbüttel

Bezirksversammlung

 


 

Auszug aus der Niederschrift

der 40. Sitzung des Gremiums

Stadtplanungsausschuss

am 31.08.2010

öffentlich

 

 


Tagesordnungspunkt 1.1 :

 

!Titel!


Bauphasenablauf während des Ausbaus und der Überdeckelung der A 7

(s. Drs. 1524/XVIII, Bericht BSU)


 

 

 

 

 


 


-Stapla 31.08.10; AZ.:

 

Gast: Herr Wiemer (BSU -V-)

 

Herr Wiemer, Mitarbeiter des Amtes für Verkehr und Straßenwesen der BSU, berichtet über die verschiedenen Bauphasen beim Ausbau der A 7. Zunächst erläutert er anhand einer Skizze die verschiedenen Phasen des Baus und dabei insbesondere die Errichtung des Tunnelbauwerks.

Im Zuge des Ausbaus der A 7 vom Tunnelmund des Elbtunnels bis zur Landesgrenze im Norden sei die Errichtung von drei Tunnelbauwerken in Stellingen, Bahrenfeld und Schnelsen vorgesehen, wobei der Bauablauf für alle drei Tunnel prinzipiell identisch sein werde. Er werde sich in seinem Vortrag heute auf den Tunnel in Stellingen beziehen.

Als Grundprinzip des Ausbaus bezeichnet er die durchgehende Erhaltung der derzeit 6 vorhandenen Fahrspuren und erläutert im Anschluss, wie diese gewährleistet werden könne.

In der Bauphase 0 werde der Verkehr noch auf den ursprünglichen Fahrstreifen abgewickelt, die in Fahrtrichtung Süd um 3,50 m verbreitert würden. Durch diese Verbreiterung erhalte man dann in Bauphase 1 die Möglichkeit, den gesamten Verkehr weiterhin in 6-spuriger Ausführung auf eine Fahrbahnseite zu verschwenken, wobei der Standstreifen entfallen und es sich um Fahrstreifen mit reduzierter Spurbreite handeln werde. Somit werde der Verkehr auf einer Behelfsfahrbahn abgewickelt und man erhalte auf der anderen Seite ein freies Baufeld.

Dann werde auf der ursprünglichen Fahrbahn in Fahrtrichtung Nord mit dem Bau der ersten Tunnelhälfte begonnen. Diese werde bereits vollständig mit Sicherheits-, Überwachungs-, Licht-, Rettungseinrichtungen usw. ausgestattet sowie mit einer 6-spurigen Behelfsfahrbahn versehen.

 

Sobald diese Tunnelhälfte fertiggestellt sei, werde der Verkehr in einer weiteren Bauphase in den Tunnel gelegt. Dadurch entstehe auf der ursprünglichen Fahrbahn in Fahrtrichtung Süd ein freies Baufeld, auf dem die zweite Tunnelhälfte errichtet werden könne.

 

Wenn der Tunnel komplett fertiggestellt sei, gebe es 4 Fahrspuren in regelhafter Breite sowie einen Standstreifen in jede Richtung.

 

Anschließend werde der Tunnel in Bauphase 3 überschüttet und eingegrünt.

 

Herr Wiemer fährt mit seinem Bericht fort, indem er die von einem Büro für Visualisierung angefertigte Darstellung des Bauphasenablaufs aus drei Perspektiven präsentiert.

 

Perspektive 1 zeige die Kieler Straße mit der Anschlussstelle Stellingen (Blickrichtung West). Bei Perspektive 2 befinde man sich auf Höhe des Imbekstiegs mit Blick auf die Brücke Wördemanns Weg (Blickrichtung von Ost nach West).

 

Hier sehe man, dass die Brücke Wördemanns Weg durch eine einspurige Behelfsbrücke ersetzt werde, wodurch der Verkehr im Blockverkehr, geregelt durch eine Ampel, aufrecht erhalten werde.

 

Im weiteren Bauablauf liege ein Teil der Brücke auf der bereits hergestellten Tunneldecke, der andere Teil führe noch freispannend über die Autobahn. Im Endzustand liege die wiederhergestellte Straße Wördemanns Weg vollständig auf dem Tunnel, der das Tragwerk für die Straße sei.

 

Die Errichtung der Straße erfolge in konventioneller Straßenbautechnik, indem zunächst eine Schotterschicht auf die Tunneldecke aufgebracht und die Straße dann in normaler Asphaltbauweise fertiggestellt werde.

 

Perspektive 3 zeige den Imbekstieg (Blickrichtung Ost), wo die Tunnelhälfte in einzelnen Baublöcken sukzessive von Süd nach Nord im Schutze eines Verbaus errichtet werde. Dieser stelle sicher, dass die Standsicherheit des Imbekstiegs gewährleistet werde.

 

Im Anschluss an die Präsentation erklärt Herr Wiemer, dass der Antrag auf Planfeststellung voraussichtlich am 30.09.2010 beim Rechtsamt der BSU gestellt und damit das Planfeststellungsverfahren aufgenommen werde. Das Rechtsamt habe angekündigt, das Planfeststellungsverfahren werde voraussichtlich rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Dies bedeute, dass im September oder Oktober 2011 der Planfeststellungsbeschluss vorliegen könnte.

 

Optimistisch betrachtet sei davon auszugehen, dass 2011 mit der Hauptbaumaßnahme (Bauphasen 0 bis 3) begonnen werden könne. Der Bauabschluss des Planungsabschnitts Stellingen sei dann 2015 zu erwarten.

 

Herr Wiemer erwähnt ferner, dass es eine Vorwegmaßnahme gebe, bei der es um die Brücke der Güterumgehungsbahn gehe. Diese Brücke müsse im Rahmen des Ausbaus der A 7 abgerissen und durch eine neue Brücke ersetzt werden, da deren Spannweite (im Gegensatz zur Brücke Kieler Straße) nicht hinreichend sei. Vor zwei Wochen sei der entsprechende Antrag auf Plangenehmigung gestellt worden.

 

Für die Baumaßnahmen, die im November 2011 abgeschlossen sein sollten, sei es erforderlich, die Autobahn für ein Wochenende zu sperren. Nachdem die alte Brücke zerteilt und entfernt worden sei, werde die neue Brücke (eine Stahlkonstruktion) noch am gleichen Wochenende hineingehoben und die Autobahn anschließend wieder freigegeben. Da die Genehmigung noch nicht erteilt und die Ausschreibung damit bislang nicht erfolgt sei, könne die BSU zum jetzigen Zeitpunkt keine Details bekanntgeben.

 

Herr Rust erkundigt sich, wann die Vorstellung des Schnelsener Deckels erfolge.

 

Herr Wiemer erklärt, in diesem Zusammenhang sei zu berücksichtigen, dass das Bundesverkehrsministerium beabsichtige, den Ausbau der A 7 in Schleswig-Holstein als Public-Private-Partnership-Projekt abzuwickeln, um die Baukosten über Mauteinnahmen zu finanziert. Dieses PPP-Modell solle auch in Hamburg Anwendung finden, soweit es über Mauteinnahmen gerade noch finanzierbar sei und sich wirtschaftlich rechne. Denn die Bedingungen für den Bau einer Autobahn seien in einer Stadt wie Hamburg gänzlich andere als in ländlichen Gegenden, da fast 68 % der Kosten nicht für den eigentlichen Autobahnbau, sondern für die Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen anfielen.

 

Nach Abschluss der Wirtschaftlichkeitsberechnung durch das Bundesverkehrsministerium müsse noch das Konzessionsverfahren erfolgen. Es sei zu hoffen, dass mit dem Bau des Deckels in Schnelsen 2014/2015 begonnen werden könne.

 

Zudem sei nach verkehrswissenschaftlichen Untersuchungen bei Baumaßnahmen eine Abfolge von Baustellen und Erholungsbereichen zu berücksichtigen. Wenn der Abschnitt Stellingen 2015 fertiggestellt sei (Erholungsbereich), könnte mit dem Bau in Bahrenfeld und Schnelsen begonnen werden.

 

Herr Rust entgegnet, dass dies hinsichtlich der Finanzierung eine Entfernung von der Geschäftsgrundlage sei. Zudem erkundigt er sich danach, wie die Verkehre abgewickelt würden. Er gibt zu bedenken, dass die Behelfsbrücke mit Ampelschaltung am Wördemanns Weg sicher zu großen Problemen führen werde.

 

Herr Wiemer erklärt, dass sämtliche Baustellenverkehre im Baufeld und auf der Autobahn durch Behelfsauffahrten abgewickelt würden. Die Anschlussstelle Stellingen werde während der gesamten Bauzeit durch Behelfsmaßnahmen offen gehalten. Die geplante einspurige Behelfsbrücke am Wördemanns Weg halte er für ausreichend.

 

Zudem werde es Anpassungsmaßnahmen im innerstädtischen Netz geben, die gerade in der Planung seien. Nach Auflage des Bundesverkehrsministeriums müsse nachgewiesen werden, dass die Verkehre, die auf der Autobahn prognostiziert würden, auch im städtischen Hauptverkehrsstraßennetz abgewickelt werden könnten. Doch diese Maßnahmen könnten sich bis ins Jahr 2025 erstrecken, da erst dann die volle Leistungsfähigkeit der Autobahn erreicht sei.

 

Herr Rust fragt, ob es Überlegungen gebe, den Schwerlastverkehr am Eimsbütteler Marktplatz nicht länger über die Kieler Straße, sondern in Richtung Autobahn zu leiten. Dies sei hier im Ausschuss bzw. in der Bezirksversammlung bereits mehrfach beantragt worden. Daher biete zumindest die Bauphase die Gelegenheit, dies einmal zu prüfen.

 

Herr Wiemer nimmt dies zur Kenntnis.

 

Frau Egbers erkundigt sich, ob die Topografie des Deckels, so wie in der Animation dargestellt, tatsächlich nicht eben sei.

 

Herr Wiemer erklärt, der ursprüngliche Stand der Planung sei gewesen, die Autobahn möglichst nah an das Grundwasser bzw. durch eine Drainageschicht bis in das Grundwasser abzusenken, um den Deckel möglichst weit in den Untergrund zu drücken. Das Bundesverkehrsministerium habe jedoch das Einverständnis verweigert und am 14.08.2010 die Auflage erteilt, dass die komplette Autobahn einschließlich der Drainageschicht, d. h. der Schottertragschicht, oberhalb des Grundwassers errichtet werden müsse. Der Bundesrechnungshof, der das Vorhaben der BSU bereits planungsbegleitend prüfe, habe das Bundesverkehrsministerium aufgefordert, die Genehmigung nur unter dieser Auflage zu erteilen. Zudem sei diese Forderung vom Hamburger Naturschutz in hohem Maße unterstützt worden, der einen Eingriff in das Grundwasser sehr kritisch beurteilt habe.

 

Daher hätten die Planungen, die im Februar einer breiten Öffentlichkeit sowie den Grundeigentümern vorgestellt worden seien, dahingehend geändert werden müssen, dass die Autobahn nun 0,80 bis 1,20 m höher herausrage als ursprünglich geplant. Auf den Zentimeter bemaßte Schnitte seien zur Information an die Grundeigentümer übergeben worden, da teilweise durch die Errichtung der Tunnelwände in die Grundstücke eingegriffen werde.

 

Frau Egbers fragt nach, ob es dazu eine weitere Veranstaltung gebe, damit sich die Grundeigentümer informieren könnten.

 

Herr Wiemer bejaht dies und erklärt noch einmal, dass die Auswölbungen vor allem für die Installation von Verkehrsschildern und Dauerlichtzeichen aus Gründen der Sicherheit unverzichtbar seien.

 

Herr Döblitz erkundigt sich, ob jede Fraktion und die Verwaltung je ein Exemplar der Präsentation bekommen könnten.

 

Herr Wiemer bestätigt dies.

 

Herr Brunckhorst bemerkt, Herr Wiemer habe gesagt, die Auswölbungen seien für Verkehrsschilder sowie die Belüftung notwendig. Er frage sich daher, ob sein Kenntnisstand falsch sei, dass die Entlüftung ausschließlich über die Tunnelenden erfolge solle.

 

Herr Wiemer erwidert, dies sei richtig. Doch es gebe im Tunnel darüber hinaus noch Strahllüfter, die für die Belüftung erforderlich seien.

 

Herr Brunckhorst gibt zu bedenken, dass die Schadstoffbelastung für die Anwohner an den Tunnelenden zu hoch sein könnte.

 

Herr Wiemer verneint dies. An den Tunnelenden würden selbstverständlich höhere Konzentrationen auftreten, als wenn der Tunnel nicht existierte und die Schadstoffe frei abziehen könnten. Schadstoffe würden daher konzentriert auftreten, doch Schadstoffuntersuchungen und -berechnungen hätten ergeben, dass keine Grenzwertüberschreitungen auftreten würden.

 

Darüber hinaus gebe es Überlegungen, innovative Verfahren zur Schadstoffreduktion einzusetzen. Es gebe spezielle Beschichtungsmaterialien, die bestimmte Schadstoffe abbauen könnten. Dabei handele es sich jedoch um experimentelle Verfahren, die beispielsweise in einem Versuchstunnel in Frankreich erforscht würden. Die BSU stehe mit den Franzosen in Kontakt und informiere sich über die Ergebnisse. Aber ob das Experiment in Frankreich erfolgreich sein werde und dann auch in Deutschland Anwendung finden sollte, obwohl die Grenzwerte bei der Überdeckelung der A 7 nicht überschritten würden, sei derzeit noch offen. Zudem werde nach Ansicht von Experten der Anteil von PKW mit Verbrennungsmotoren, dessen Peak jetzt erreicht sei, zurückgehen.

 

Herr Brunckhorst bittet Herrn Wiemer, noch einmal die Folie zu zeigen, auf der die Autobahnauffahrt Stellingen in der Bauphase 3 zu sehen sei. Dort sei zu erkennen, dass der einstimmige Antrag der Bezirksversammlung, die Zuwegung auf die Autobahn anders zu gestalten, nicht berücksichtigt worden sei. Der Fußweg in Richtung Eidelstedt führe durch einen sehr steilen und kurvigen Tunnel. Zudem gebe es durch den schwierigen Spurwechsel von rechts nach links Probleme im Busverkehr.

 

Seine Fraktion habe daher vorgeschlagen, einen ebenerdigen Fuß- und Radweg in Richtung Eidelstedt zu errichten sowie die Anordnung der Fahrbahnen auf der Kieler Straße zu spiegeln. Eine andere Alternative, mit der er auch einverstanden wäre, habe Herr Wiemer in Bauphase 1 gezeigt. Dann würde man die Zufahrt auf die Autobahn nicht nach rechts verlegen, sondern über die linke Seite in einem Rechtsbogen führen. Dies hätte auch den Effekt, dass die Geradeausspur nach Eidelstedt die rechte Spur wäre und man auf den Fuß- und Radwegetunnel verzichten könnte.

 

Herr Wiemer merkt an, dass auf der Folie ein Provisorium dargestellt sei, damit die Anschlussstelle Stellingen während der gesamten Bauzeit geöffnet bleiben könne. Der gesamte Knotenpunkt werde in seiner derzeitigen Form den Anforderungen der prognostizierten Verkehre 2025 nicht gerecht.

 

Es seien zahlreiche Varianten untersucht worden, auch die von der Bezirksversammlung Eimsbüttel beschlossene Variante. Diese sei zum einen jedoch nicht leistungsfähig genug gewesen, was durch verkehrstechnische Berechnungen nachgewiesen worden sei. Zum anderen hätte eine derartige Anpassungsmaßnahme zu 100 % von Hamburg finanziert werden müssen, da sie sich nicht zwanghaft aus dem Ausbau der Autobahn ergeben hätte. Der Bund übernehme nur die Kosten für den reinen Autobahnausbau, aber nicht für die Beseitigung eines unschönen Tunnels. Aufgrund der mangelnden Leitungsfähigkeit des Vorschlags sowie aus den genannten wirtschaftlichen Gründen habe die BSU daher diese Lösung beim Bundesverkehrsministerium nicht beantragt.

 

Herr Brunckhorst gibt zu bedenken, dass Stellingen durch die Bauphase und auch danach stark belastet werde, da eine leistungsfähigere Autobahn zu mehr Verkehr führen werde. Daher sei es ihm gleichgültig, wer die Kosten trage, wenn der Stellinger Bevölkerung etwas zugutekomme. Viele Stellinger würden sich über den Bau des Deckels freuen, da dieser sicher eine erhebliche Lärmentlastung bedeute. Für andere Stellinger bringe dieser aber auch eine deutliche Belastung mit sich, sodass die Stadt oder der Bund Maßnahmen ergreifen müssten, die über den reinen Deckelbau hinausgingen.

Dazu gehöre auch die Zuwegung auf die Autobahn sowie die bereits von Herrn Rust erwähnte Prüfung der Leistungsfähigkeit der Stadtstraßen. Die Kieler Straße werde bis 2025 nicht so leistungsfähig sein, dass sie den zusätzlichen Verkehr, den der Autobahnausbau zur Folge habe, bewältigen könne.

Daher müsse eine Lösung am Eimsbütteler Marktplatz gefunden werden, damit nicht nur der Bauphasenverkehr, sondern auch nach Abschluss der Bauarbeiten ein größerer Teil der Verkehre als heute Richtung Autobahnauffahrt Volkspark geführt werde, wo leistungsfähige Zu- und Abfahrten sowie Zuwegungen zur Verfügung stünden. Folglich müssten vorrangig der Eimsbütteler Marktplatz sowie die Abbiegemöglichkeiten in die Schnackenburgallee umgestaltet werden.

Die BSU habe zu einer Umgestaltung des Eimsbütteler Marktplatzes angemerkt, das Verhältnis von Kosten und Nutzen sei nicht darstellbar. Doch dies sei von den Baumaßnahmen abhängig. Es sei wünschenswert, den Verkehr in größerem Maß geradeaus zu führen, um dort eine Entlastung zu erreichen.

Herr Brunckhorst bemerkt abschließend, dass bei den Planungen sowohl die Umgestaltung des Eimsbütteler Marktplatzes als auch der häufige Stau auf der Kieler Straße berücksichtigt werden sollten.

 

Herr Wiemer entgegnet, dass die BSU sich bereits in zahlreichen Stellungsnahmen zu diesem Thema geäußert habe.

 

Herr Seidlitz erkundigt sich, ob der Tunnel vor Ort geschüttet oder aus fertigen Einzelteilen errichtet werde.

 

Herr Wiemer erwidert, dass er dies abschließend erst nach der Ausschreibung beantworten könne. Vorgesehen sei eine Mischung aus Stahlbeton- und Spannbetonbauweise. Zunächst werde auf einem Gerüst eine Schalung hergestellt, dann werde der Stahl dort hineingelegt und anschließend Beton aufgeschüttet. Nach dessen Aushärtung werde dann die Schalung entfernt. Doch wenn eine Baufirma ein innovatives Verfahren vorschlage, das überzeugend und wirtschaftlich vorteilhaft sei, werde die Entscheidung zugunsten solch einer Bauweise fallen.

 

Herr Hertel merkt zunächst an, dass er die Aussagen von Herrn Brunckhorst und Herrn Rust hinsichtlich einer Umgestaltung des Eimsbütteler Markts unterstütze. Herr Hertel erkundigt sich, wie weit das Baufeld an die Wohnhäuser bzw. Gärten reichen werde. Darüber hinaus fragt er nach, wie der aktuelle Sachstand zum Verkehr in Richtung Schleswig-Holstein sei. Es gebe verschiedene Aussagen darüber, ob die Brücke Langenfelde abgerissen werden solle oder nicht.

 

Herr Wiemer erläutert, dass die Baustellenverkehre gänzlich über die Autobahn abgewickelt würden. Im Imbekstieg und am Schopbachweg werde das Baufeld einen Abstand von 5 m bis 7 m zu den Gebäuden haben. Dort würden Wände oder Böschungen errichtet, um die Sicherung der Gebäude zu gewährleisten. Zur Brücke Langenfelde erklärt Herr Wiemer, es sei inzwischen entschieden, dass die Brücke aufgrund des Erhaltungszustands nicht den Anforderungen an einen ausgebauten Querschnitt (vierspurige Überquerung), gerecht werden könne. Da Ertüchtigungsmaßnahmen wirtschaftlich nicht sinnvoll seien, werde die Brücke abgerissen und neu errichtet. Derzeit werde untersucht, ob die alte Brücke verstärkt und herausgeschoben werden könne, um einen Abbruch bzw. eine Sprengung zu vermeiden. Da unter der Brücke Gleise verliefen, müsse von der Luft aus operiert werden.

 

Herr Hertel fragt nach dem Zeitfenster der Baumaßnahmen.

 

Herr Wiemer erklärt, der Beginn der Bauarbeiten sei für 2012, der Abschluss für 2015 geplant. In diesem Zeitraum müssten auch der Rück- und Neubau der Brücke Langenfelde erfolgen. 2015 solle die Autobahn zwischen der Anschlussstelle Volkspark und dem Autobahndreieck Nord-West fertiggestellt sein.

 

Herr Kolodzey erkundigt sich, ob für den Ausbau des Verkehrsknotenpunkts Stellingen bereits konkrete Pläne vorlägen.

 

Herr Wiemer bejaht dies. Der Verkehr werde über die Brücke Kieler Straße abgewickelt, die ausreichend breit sei. Dort würden vor allem Ummarkierungen erforderlich sein. Zudem werde die Busspur entfallen und die Lichtsignalanlagen würden mit anderen Schaltzeiten versehen. Von der Abfahrt Stellingen, von Norden kommend, würde der Verkehr in Richtung Ost/Innenstadt über drei Abbiegespuren auf die Kieler Straße abgewickelt werden. Darüber hinaus werde in der Fahrtbeziehung von Süden kommend an der Abfahrt Stellingen-Ost in Richtung Innenstadt auch eine zweite Rechtsabbiegespur notwendig sein. Mit den erwähnten Hauptmaßnahmen könne die Leistungsfähigkeit dieses Knotens angepasst werden.

 

Herr Kolodzey möchte wissen, wie weit die Auswölbungen für die Verkehrsschilder aus der Tunneldecke herausragen würden.

 

Herr Wiemer erläutert, dass die Schilder 80 cm bis 120 cm herausragen würden. Der Tunnel wachse in der Höhe von Süden nach Norden an. Am Wördemanns Weg ergebe sich dann eine Höhe von maximal 3,60 m, wobei darauf noch Erde geschüttet werde.

 

Herr Brunckhorst fragt nach, ob es richtig sei, dass während der Bauphase für die Anwohner kein nennenswerter Lärmschutz geplant sei.

 

Herr Wiemer verneint dies und merkt an, dass ein temporärer Lärmschutz vorgesehen sei, der in der Animation noch nicht dargestellt sei. Der temporäre Lärmschutz werde in dem Ausmaß hergestellt, wie er jetzt existiere. Damit verschlechtere sich der Lärmschutz während der Bauphase nicht.

 

Herr Brunckhorst weist noch einmal darauf hin, dass zumindest die Zuwegung von der Kieler Straße auf die Autobahn umgestaltet und der Tunnel für Radfahrer entfernt werden müssten.

 

Herr Wiemer entgegnet, dass er zur Leistungsfähigkeit des Knotenpunkts bereits eine Aussage gemacht habe. Zur Wirtschaftlichkeit könne er dies jedoch nicht, da das Budgetrecht bei der Bürgerschaft liege.

 

Herr Hertel erkundigt sich, ob zum Rück- und Neubau der Brücke Langenfelde bereits nähere Fakten vorlägen, um die Anwohner informieren zu können.

 

Herr Wiemer merkt an, dass die zu erfüllenden Auflagen erst im Planfeststellungsverfahren bestimmt würden. Dabei sei entscheidend, welche Maßnahmen das Rechtsamt als notwendig erachte. Über die Details der Baumaßnahmen könne er erst nach Vertragsabschluss mit einer Baufirma Auskunft geben, da auch innovative Vorschläge berücksichtigt würden. Es sei jedoch erklärtes Ziel der BSU, mit fortschreitendem Projektstand verstärkt die Öffentlichkeit zu informieren. Die Öffentlichkeitsarbeit sei ein wesentliches Element dieses Projekts.

 

Herr Döblitz dankt Herrn Wiemer für seinen Vortrag.

 

Der Stadtplanungsausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis.