Bezirksversammlung Eimsbüttel

Auszug - Vorstellung der Siegerentwürfe zur Gestaltung des A 7-Deckels (s. Drs. 1535/XVIII, Bericht BSU)  

 
 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses
TOP: Ö 1.2
Gremium: Stadtplanungsausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 31.08.2010 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:30 - 19:45 Anlass: Sitzung
Raum: Ferdinand-Streb-Saal (Raum 1275), 12.Stock
Ort: Grindelberg 62-66, 20144 Hamburg
 
Protokoll

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Eimsbüttel

Bezirksversammlung

 


 

Auszug aus der Niederschrift

der 40. Sitzung des Gremiums

Stadtplanungsausschuss

am 31.08.2010

öffentlich

 

 


Tagesordnungspunkt 1.2 :

 

!Titel!


Vorstellung der Siegerentwürfe zur Gestaltung des A 7-Deckels

(s. Drs. 1535/XVIII, Bericht BSU)


 

 

 

 

 


 


-Stapla 31.08.10; AZ.:

 

Gast: Frau Störmer (BSU -LP-)

 

Frau Störmer, Mitarbeiterin des Amtes Landes- und Landschaftplanung der BSU, berichtet vom freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren mit 25 Teilnehmern, von denen 22 Teilnehmer Wettbewerbsbeiträge abgegeben hätten. Am 08.07.2010 habe das Preisgericht vier Preise vergeben. Zudem habe es einen Ankauf gegeben. Die beiden ersten Preise für Stellingen bzw. Schnelsen seien für die Realisierung vorgesehen.

Zahlreiche Besucher hätten sich die 22 Entwürfe während der fünfwöchigen Ausstellung im Hauptgebäude der BSU angesehen. Die beiden Siegerentwürfe würden zudem vom 20.09. bis 01.10.2010 im Foyer des Bezirksamtes Eimsbüttel ausgestellt.

 

Frau Störmer zeigt auf einer Folie die Plangebietsgrenzen des Wettbewerbs für Stellingen und Schnelsen. Zu den Vorgaben für die Wettbewerbsteilnehmer hätten auch die Wellen auf dem Gelände für die Lüfteranlagen etc. gezählt.

Den ersten Preis für Schnelsen habe das Büro POLA Landschaftsarchitekten in Berlin erhalten, deren Konzept „Die große Freiheit“ bzw. „Frühstück im Freien in Schnelsen“ lautete. Sie seien darauf eingegangen, welch Gewinn es für den Stadtteil wäre, wieder eine große durchgehende Grünfläche zu haben. An deren Rand sollten die Kleingärten aufgereiht werden. Zudem sei die Anlage einer Promenade geplant. Empfehlungen für die weitere Arbeit seien:

 

        Die vorgesehenen Plätze (Eingangs- und Abschlussplätze), insbesondere aber der Quartiersplatz an der Frohmestraße, seien zu überarbeiten.

        Anzahl und Lage der Querungen zwischen den beiden Stadtteilen seien zu überprüfen und ggf. anzupassen.

Die Situierung der großzügigen, offenen Freifläche müsse in Bezug auf ihre Lage über der Autobahn und die Deckeltopografie überprüft werden.

Die Lage der südwestlichen Kleingärten sei mit dem Ziel eines kompakten Anordnungsmusters zu prüfen.

Das Projekt der Wasserhaushaltung / Entwässerung sei zu konkretisieren und zu überarbeiten.

Die Kleingartenparzellen seien im Hinblick auf die geforderten Größen zu prüfen und ggf. anzupassen.

Die überörtliche Fahrradanbindung an die Umgebung sei zu verbessern.

 

Die BSU habe darüber hinaus noch empfohlen, die Anschlusshöhen in den Übergangsbereichen zwischen Deckelbauwerk und Stadtraum zu prüfen, insbesondere in Bezug auf die Barrierefreiheit.

 

Frau Störmer stellt anschließend den ersten Preis für den Abschnitt Stellingen vor, den die Weidinger Landschaftsarchitekten aus Berlin erhalten hätten. Dieses Konzept sehe vor, die Kleingärten im Süden in bestimmten Clustern zu konzentrieren, im Norden eine großzügige Parkanlage zu schaffen, und die gesamte Fläche durch eine Promenade einzufassen. Dazwischen solle es verschiedene Nutzungsräume geben, die auch mit Ideen aus der Ideenbörse gefüllt werden könnten. Empfehlungen für die weitere Arbeit seien:

 

        Dimensionierung (Breite) und Materialität der Promenade seien zu überprüfen.

Der Anschluss der Kleingärten an die Straßen (Wördemanns Weg) sei zu überdenken.

Der Anschluss der Promenade an die privaten Gartenparzellen sei mit dem Ziel eines verträglichen Nebeneinanders anzupassen.

Die Kleingartenparzellen seien im Hinblick auf die geforderten Größen zu prüfen und ggf. anzupassen.

Der Entwurf sei im Hinblick auf eine optimale barrierefreie Zugänglichkeit des Deckels zu überprüfen.

Die gestalterische Nutzung der Auswölbungen sei einer Prüfung zu unterziehen.

Die gewählten Baumarten / das Pflanzenspektrum sei zu überprüfen bzw. zu konkretisieren.

Es sei über eine Alternative zu den vorgeschlagenen Gabionen nachzudenken.

Das Projekt der Wasserhaushaltung / Entwässerung sei zu konkretisieren bzw. zu überarbeiten.

Die überörtliche Fahrradanbindung an die Umgebung sei zu verbessern.

Der Übergang zur Schule am Wegenkamp sei zu konkretisieren.

 

Die weitergehenden Empfehlungen der BSU lauteten:

Der Übergang zu den Privatgärten am Imbekstieg sei speziell im Hinblick auf die Wahrung der Privatsphäre der angerenzenden Grundstücke und den Sichtschutz zu konkretisieren und zu überarbeiten (Erweiterung von Punkt 3 der Empfehlungen an die Jury).

Spiel- und Grillbereiche seien in verträglichen Abständen zu den umgebenden Nachbarschaften anzuordnen.

Die Eingangs- und Abschlussplätze, insbesondere aber der südliche und nördliche Abschluss des Deckels, seien zu überarbeiten.

 

Frau Störmer berichtet weiter, der dritte Preis sei an geskes.hack Landschaftsarchitekten (Berlin) gegangen. Deren sehr stimmiger Entwurf sehe die Anlage der Kleingärten in Clustern mit einem in Mäanderform verlaufenden Weg vor. Allerding habe dieser Entwurf hinsichtlich der Funktionalität nicht ausreichend überzeugt.

 

Den vierten Preis habe das Büro Planorama Landschaftsarchitektur (Berlin) erhalten, deren Idee, über den gesamten Deckel verteilte Cluster zu bilden, zwar interessant gewesen sei, doch hinsichtlich der Realisierung einen zu großen Überarbeitungsbedarf bedeutet hätte.

 

Frau Egbers gibt zu bedenken, dass mit dem Deckel auch eine Lücke geschlossen werde. Unter dem Gesichtspunkt „Ein Stadtteil wächst zusammen.“ wären Querverbindungen über den Deckel sinnvoll.

 

Frau Störmer erwidert, dieser Aspekt sei im Preisgericht diskutiert worden. Docht letztlich wären die einzelnen Cluster mit Wegeverbindungen quer über den Deckel anstelle einer zusammenhängenden Fläche für die Organisation eines Kleingartenvereins ungünstig. Es müsse bei diesem Entwurf davon ausgegangen werden, dass ein Trampelpfad längs auf dem Deckel entstehe.

 

Frau Egbers entgegnet, dass es bei den anderen Entwürfen sicher zur Bildung von Trampelpfaden quer über den Deckel kommen werde.

 

Das weitere Verfahren sehe zunächst Gespräche mit den Preisträgern hinsichtlich der Überarbeitung der Entwürfe vor. Denn Ziel sei die Erstellung eines Funktionsplans, um das Bebauungsplanverfahren aufnehmen zu können. Ende September werde der Antrag auf Planfeststellung gestellt. Vier bis acht Wochen nach der Antragstellung lägen die Pläne dann für einen Monat öffentlich aus.

 

Es sei geplant, die öffentliche Plandiskussion für den Deckel Stellingen mit der Phase der öffentlichen Auslegung, zu deren Beginn eine Informationsveranstaltung zum Verfahren durchgeführt werden solle, zu verbinden. Die öffentliche Auslegung solle zusammen mit dem Bebauungsplan Stellingen 64 erfolgen, der zur Kündigung der Kleingärten führe. Somit könnten sich die Kleingärtner parallel über die Anlage der neuen Kleingärten informieren.

 

Die Feststellung des Bebauungsplans für den Deckel könne erst erfolgen, wenn der rechtliche Planfeststellungsbeschluss vorliege.

 

Herr Döblitz dankt Frau Störmer für den Vortrag.

 

Herr Rust erwähnt, dass für die weitere Planung nun noch die gesamte Freiflächengestaltung mit der Anlage von Schulgärten, Sport- und Spielflächen für Kinder usw. bearbeitet werden müsse. Dabei sei zu berücksichtigen, dass diese Flächen nicht unmittelbar an die Wohnbebauung angrenzten.

 

Für die Kommunalpolitik komme als weiterer wichtiger Aspekt hinsichtlich der Gestaltung der Pflegebedarf der Fläche hinzu. Die erforderlichen Mittel für den Unterhalt müssten dabei auch berücksichtigt werden.

 

Die Diskussionen im Preisgericht seien kontrovers, aber zügig verlaufen und hätten zu einer gemeinsamen Einigung auf gute Entwürfe geführt. Nach der Ausstellung in der BSU gebe es dann im Bezirksamt Eimsbüttel auch noch einmal die Gelegenheit, sich über die Siegerentwürfe zu informieren.

 

Herr Brunckhorst bemerkt, er sei von den Siegerentwürfen enttäuscht. Die Vorschläge aus der Ideenbörse seien zum großen Teil nicht berücksichtigt worden, und er frage sich daher, warum eine so große Bürgerbeteiligung durchgeführt worden sei.

 

Für den Siegerentwurf Stellingen hieße es, dass die Anwohner ihre eigenen Zaunanlagen stellen müssten, z. B. am Imbekstieg. Seiner Meinung nach sei dies jedoch Aufgabe der Stadt. Des Weiteren sei am Imbekstieg die Pflanzung einer Baumreihe direkt angrenzend an die Privatgrundstücke geplant. Dies betrachte er kritisch, da die Baumreihe zu einer erheblichen Verschattung führen werde. Ein weiterer Aspekt sei, dass einige Anwohner einen Teil ihrer Gartenfläche aufgeben müssten, die Planung jedoch nicht die Möglichkeit vorsehe, als Ersatz eine Fläche auf dem Deckel zu pachten.

 

Die Fläche für die Aktivitäten sei in Höhe des Imbekstiegs geplant. Seiner Meinung nach wäre es günstiger, diese Fläche deutlich nördlicher in Nähe der Schule zu legen, wo Bedarf bestehe und bereits Angebotsflächen vorhanden seien, mit denen eine Vernetzung hergestellt werden könnte. Ihm sei berichtet worden, dass auf der Fläche ein Kiosk oder ein Vereinsheim errichtet werden solle. Da sich in unmittelbarer Nähe bereits ein Restaurant an der Autobahnbrücke Wördemanns Weg befinde, müsse auch nach der Rentabilität sowohl des bestehenden Restaurants als auch eines neuen Kiosks bzw. Restaurants gefragt werden.

 

Über das Thema Entwässerung sei noch nicht gesprochen worden. Es bestehe schon heute das Problem, dass die Straßen bei starken Regenfällen unter Wasser stünden. Wenn zusätzlich noch Wasser von der relativ hoch stehenden Deckelfläche auf die Straßen fließen sollte, gäbe es ein akutes Entwässerungsproblem.

 

Frau Störmer entgegnet, dass die Vorschläge aus der Ideenbörse in den Wettbewerb eingeflossen seien. Die Teilnehmer hätten sich ihrer Ansicht nach auch an den Ideen orientiert. Es hätten jedoch nicht alle Punkte aufgenommen werden können, da sie sich zum Teil auch widersprochen hätten. So stamme auch der Wunsch nach Kleingärten im Süden und einer Parkanlage im Norden aus der Ideenbörse.

 

Die Zone, über die Herr Brunckhorst hinsichtlich der Anliegen der Anwohner gesprochen habe, werde, wie bereits zuvor erwähnt, überarbeitet. Es solle geprüft werden, ob gestalterisch ein Raum geschaffen werden könne, der Abstand biete und ein einheitliches Konzept aufweise. Darüber werde es mit den Anwohnern noch Gespräche geben. Der Preisträger sei beauftragt worden, den im Entwurf vorgesehenen Verlauf der Promenade am Rand der Fläche zu überarbeiten.

 

Die Errichtung eines Kiosks bzw. Vereinsheims sei die Idee des Preisträgers gewesen und an solch einer Scharnierstelle auch durchaus sinnvoll. Die Umsetzung sei jedoch noch offen, da erst ein Betreiber gefunden werden müsse.

 

Die Entwässerung müsse über die 1,20 m hohe Deckschicht geregelt werden. Für die Überarbeitung sei die Auflage erteilt worden, auch die gestalterische Komponente der Be- und Entwässerung zu berücksichtigen. Die rein technischen Aspekte würden hingegen durch die Planfeststellung geregelt.

 

Herr Rust betont noch einmal, dass den Anwohnern am Imbekstieg ein Angebot gemacht werden sollte, um Abstand zu ihren Gärten herzustellen. Es solle berücksichtigt werden, dass dieser Freiraum eine Einheitlichkeit aufweise und kein Schlauchcharakter entstehe.

 

Ein Bürger meldet sich zu Wort und erwähnt, dass die wesentlichen Kritikpunkte bereits angesprochen worden seien. Er fordert eine stärkere Beteiligung der Bürger sowie eine stärkere Berücksichtigung der Belange der Anwohner. Die Bürger seien bereit sich einzubringen. Er macht darauf aufmerksam, dass nicht nur die Anwohner vom Schopbachstieg und Imbekstieg, sondern auch die vom Olloweg berücksichtigt werden sollten. Er habe auch bereits schriftlich Stellung genommen.

 

Frau Störmer nimmt die Kritik zur Kenntnis und weist noch einmal auf die geplante Informationsveranstaltung hin. Zudem würden die schriftlichen Stellungnahmen im weiteren Verlauf berücksichtigt.

 

Herr Döblitz dankt Frau Störmer für die Ausführungen.

 

Der Stadtplanungsausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis.