Bezirksversammlung Eimsbüttel

Drucksache - XIX-2022  

 
 
Betreff: Unterstützung ehrenamtlicher Flüchtlingsbetreuer
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Federführend:D1 - Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

11.03.2014

Lfd. Nr. 50 (XIX)

 

Anfrage nach § 27 BezVG der Mitglieder der Bezirksversammlung Eimsbüttel, Thomas Thomsen, Rüdiger Kuhn und Jutta Höflich (CDU-Fraktion)

 

Unterstützung ehrenamtlicher Flüchtlingsbetreuer

 

Die Anfrage wird – von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration – wie folgt beantwortet:

 

 

 

Im Zuge des erforderlichen Ausbaus der Kapazitäten für die öffentliche Unterbringung von Wohnungslosen und Zuwanderern hat sich das freiwillige Engagement von Nachbarn und anderen Bewohnern der betroffenen Stadtteile in den Einrichtungen  des Trägers  fördern und wohnen A.ö.R (f & w) in den letzten zwei Jahren erheblich erhöht. Unter dem Motto “frei-will-ich helfen bei f & w“ engagieren sich derzeit etwa 370 Personen ehrenamtlich in den Unterkünften. Dieses Engagement setzt ein deutliches Zeichen für die Weltoffenheit und die Integrationskraft dieser Stadt. Das freiwillige Engagement  der Bürger unterstützt und erleichtert die Integration der Zuwanderer und gibt ihnen Möglichkeiten, den Alltag abseits von den Anforderungen des Asylverfahrens und der Gemeinschaftsunterbringung sinnvoll zu gestalten.  Und die Engagierten schlagen damit auch Brücken zwischen Flüchtlingen und Hamburger Bürgern im Umfeld, die der Ansiedlungen von Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft zunächst skeptisch gegenüber stehen.

Unter fachlicher Begleitung der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinschaftsunterkünften werden verschiedenste Aktivitäten wie Hausaufgabenhilfen und Spiel- und Sportangebote für Kinder, Freizeitaktivitäten, Begleitungen zu Ämtern und Ärzten sowie kulturellen Veranstaltungen, Sprachkurse, Ausflüge und Kreativangebote für Erwachsene angeboten. F & w setzt sich dafür ein, dass freiwillige Engagement in den Einrichtungen weiterzuentwickeln und damit die einerseits die Integration der Zuwanderer und andererseits auch die Akzeptanz von Einrichtungen in den Stadtteilen zu fördern. Der Träger ist daher schon im Jahr 2005 dem AKTIVOLI-Netzwerk und 2012 dem Trägerverbund der Freiwilligenagentur Nord beigetreten.

Mit dem Ausbau der Unterbringungskapazitäten ist der Bedarf an Unterstützung des freiwilligen Engagements in den Einrichtungen von f&w erheblich gewachsen. Um die Ehrenamtlichen von organisatorischen Aufgaben zu entlasten und sie noch besser in ihrem Engagement begleiten zu können, plant die die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration noch in diesem Jahr, die hauptamtliche personelle und strukturelle Unterstützung bei f & w deutlich auszubauen.

Vor diesem Hintergrund  beantwortet die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie  und Integration (BASFI)  das o. g. Auskunftsersuchen  wie folgt:

 

Im Bezirk Eimsbüttel sind gegenwärtig viele Flüchtlinge untergebracht und die Zahl wird weiterhin ansteigen. Bei der Betreuung der Flüchtlinge ist die Unterstützung von Ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern, die oftmals auch aus der Nachbarschaft der Unterkünfte kommen, unentbehrlich. Umso erfreulicher ist die derzeitige große Bereitschaft im Bezirk Eimsbüttel diese verantwortungsvolle ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständige Fachbehörde:

 

  1. Stehen den Bürgerinnen und Bürgern, die ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung tätig werden wollen Schulungsmöglichkeiten zur Verfügung?

a)        Wenn ja, welche?

 

Menschen die sich in Einrichtungen von f&w freiwillig engagieren, werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Unterkunfts- und Sozialmanagements vor Ort eingearbeitet und fachlich begleitet. Außerdem werden zentral bei f&w Fortbildungen zum Beispiel zum Thema Konflikt- und Deeskalationstraining angeboten und die Teilnahme am Q-AKTIVOLI-Fachtag vermittelt. Im Übrigen siehe Antwort zu Frage 4.

 

b)       Wenn nein, findet überhaupt eine Vorbereitung auf diese Tätigkeit statt und wie sieht die aus?

 

Siehe Antwort zu a).

 

c)        Kriegsflüchtlinge sind durch ihre Erlebnisse oft traumatisiert, so dass  ggf. sogar psychotherapeutische Hilfe benötigt wird. Gibt es spezielle Schulungen für ehrenamtlich Tätige, die sie auf den Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen vorbereitet, wenn ja welche?

 

Interessierte Freiwillige werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Trägers ausführlich persönlich über mögliche Tätigkeitsbereiche informiert und zu infrage kommenden Tätigkeitsbereichen so beraten, dass sie entsprechend ihrer Interessen und Ressourcen eingesetzt werden. Ein Bedarf an Schulungen zum Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen wurden daher seitens der freiwillig Engagierten gegenüber f & w  bisher nicht geäußert.

Im Zuge der Einarbeitung und fachlichen  Begleitung werden die freiwillig Engagierten  auch in Bezug auf herkunfts- oder fluchtbedingte Problemlagen der Asylbewerber sensibilisiert, auf die sie im Zuge ihrer Tätigkeit treffen können. Den hauptamtlichen Mitarbeitern sind einschlägige Hilfeangebote für Flüchtlinge bekannt, so dass diese bedarfsgerecht vermittelt werden können. Ehrenamtliche Unterstützung kann und darf hier professionelle Angebote nicht ersetzen.

 

  1.   Welche Vereine oder Institutionen können entsprechende Angebote anbieten?

a)        Zu 1.

b)       Zu 2.

  1. Wie viele Schulungs- bzw. Einführungsplätze für den Umgang mit Flüchtlingen stehen bei den unter Frage 2  genannten Anbieten zur Verfügung

a)        für die ehrenamtliche Tätigkeit im Bereich der öffentlichen Unterbringung von Flüchtlingen?

b)       für die ehrenamtliche Tätigkeit im Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen?

 

Zu 2. und 3.

:

a)      Siehe Antwort zu 1a).

b)      Siehe Antwort zu 1c).

 

  1. An wen können sich ehrenamtlich tätige Anwohnerinnen oder Anwohner aus dem Bezirk Eimsbüttel wenden, wenn Sie durch die ehrenamtliche Hilfe so belastet werden, dass Sie selbst Hilfe benötigen?

 

Zur Unterstützung bieten zahlreiche Einrichtungen bzw. Träger freiwillig engagierten Personen und entsprechend auch den ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuerinnen und –betreuern  ein vielfältiges Fort- / Weiterbildungs- und Hilfeangebot.

Darüber hinaus wird durch das AKTIVOLI - Landesnetzwerk und zukünftig auch durch die Freiwilligenakademie ( http://www.aktivoli.de/weiterbildung.html ) ein breit gefächertes Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen verschiedenster Art für engagierte Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung gestellt.  Hier finden sich u.a. Fortbildungsveranstaltungen zu den Themen „Arbeit mit jugendlichen Migrantinnen und Migranten“, „Umgang mit Konflikten“, „Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation“ sowie zur „Rolle und Selbstorganisation von Freiwilligen“.

 


Petitum/Beschluss:

ohne


Anlage/n:

keine