Bezirksversammlung Eimsbüttel

Drucksache - 20-0308  

 
 
Betreff: Perspektiven für den Stadtteil Lokstedt; Abschlussbericht
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussempfehlung Verwaltung
Federführend:D4 - Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt Beteiligt:Fachamt Management des öffentlichen Raumes
    Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Lokstedt Vorberatung
10.11.2014 
Sitzung des Regionalausschusses Lokstedt zur Kenntnis genommen   
Bezirksversammlung Kenntnisnahme
27.11.2014 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Mit dem Beschluss „Perspektiven für den Stadtteil Lokstedt“ (Drucksache-Nr. XIX-1306) hat die Bezirksversammlung die Bezirksverwaltung aufgefordert, die Perspektiven für den Stadtteil Lokstedt aufzuzeigen.

In der Sitzung des Regionalausschusses am 12.05.2014 wurden die aktuelle Situation und die Perspektiven für den Stadtteil Lokstedt ausführlich dargestellt und erläutert.

Schwerpunkte waren dabei:

-          Analyse der Situation im Vergleich zu anderen Stadtteilen,

-          Bericht und Ausblick zum Wohnungsbau,

-          Situation und Einschätzung zur Nahversorgung und dem (Stadtteil-)Zentrum Lokstedt,

-          Übersicht über die gewerblichen Flächen und bedeutenden Arbeitsstätten,

-          Situation und Entwicklung der Grün-, Sport- und Spielflächen,

-          Verkehrliche Situation und Quartiersgaragen,

-          Entwicklung und Aussichten der Lenzsiedlung.

Der Situations- und Perspektivenbericht zeigt die besondere Situation von Lokstedt als attraktiven und stark nachgefragten Stadtteil. Die jüngere Entwicklung ist lediglich mit dem Stadtteil Stellingen vergleichbar. Beide liegen in der Urbanisierungszone und haben ein deutlich überdurchschnittliches Bevölkerungs- und Wohnungswachstum zu verzeichnen. Im Gegensatz zu Stellingen ist jedoch die Entwicklung in Lokstedt in Form von abgewogenen und miteinander in Beziehungen stehenden Bebauungsplänen begleitet worden.

Der Bericht zu den Perspektiven beschränkt sich auf die Elemente und Bereiche der aufgeführten Themen, die beeinflussbar sind oder abschließend geklärt werden konnten. Dieses betrifft in besonderem Maße Fragestellungen, die sich originär an die Straßenverkehrsbehörde richten. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Bericht zu der aktuellen Situation und den Perspektiven in dieser übergreifenden Form immer ein Stück weit einer Zwischenbilanz entspricht und keinen Endbericht darstellt.

Zur weiteren Umsetzung des BV-Beschlusses hat die Bezirksverwaltung auf verschiedene Arten die Bürgerinnen und Bürger von Lokstedt in die Perspektiven für den Stadtteil Lokstedt einbezogen und beteiligt. Von April bis Juli 2014 wurde eine aufsuchende Bürgerbeteiligung in Form von 74 „Tür- und Angelgesprächen“ betrieben. Diese neuartige Form der Beteiligung wurde von der Stadtwerkstatt ermöglicht. Weiterhin wurde auf den gewonnenen Erkenntnissen aufbauend eine öffentliche Veranstaltung „Lokstedt im Wandel“ am 04.09.2014 im Corvey Gymnasium durchgeführt.

Durch die Tür- und Angelgespräche wurde erreicht, dass einerseits alle Teile von Lokstedt bei den Perspektiven einbezogen und andererseits auch bislang Unbeteiligte erreicht werden konnten. Es ist auf diesem Wege gelungen, einen durch andere Beteiligungsformen nicht erreichbaren Blick auf Lokstedt zu werfen.

Es wurde festgestellt, dass die Lebensqualität in Lokstedt als gut wahrgenommen wird, zugleich aber eine zu geringe Anzahl an attraktiven Orten außerhalb des eigenen Zuhauses beklagt wird und eine nur wenig ausgeprägte Identifikation mit dem Stadtteil besteht. Bezüglich des bisherigen und zukünftigen Wohnungsbaus stehen sich große Teile der Bevölkerung mit sehr unterschiedlichen Haltungen gegenüber. Die Lokstedterinnen und Lokstedter sind sich jedoch einig, dass eine starke Belastung durch den Kraftfahrzeugverkehr in ihrem Umfeld vorliegt.

Bei der Veranstaltung „Lokstedt im Wandel – Fakten – Meinungen – Perspektiven“ unter der Moderation von Frau Böcker von raum+prozess wurde zunächst anhand eines Stadtteilmodells durch blaue, grüne und rote Fähnchen der jeweilige Wohnort, ein Ort, an dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich wohl fühlen, und ein Ort, an dem sie sich nicht gerne aufhalten, markiert. Es zeigt sich, dass die aus allen Teilen von Lokstedt kommenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der negativen Bewertung des Siemersplatzes einig sind. Ferner wurden die Ergebnisse des Situations- und Perspektivenberichts sowie des Projektberichts zu den Tür- und Angelgesprächen vorgestellt, erläutert und diskutiert.

In der Folge wurden zahlreiche Wünsche zu den Themen Wohnen, Einzelhandel, Verkehr und Stadtteilcharakter geäußert und dokumentiert.

Die zusammengefassten Perspektiven für den Stadtteil Lokstedt zeigen, dass der Stadtteil in den vergangenen Jahren zwar deutlich gewachsen ist, aber die Wohn- und Lebensqualität weiterhin hoch geschätzt wird. Bei den Planungen im Stadtteil sind Interessen des Stadtteils mit den gesamtstädtischen Belangen möglichst in Einklang zu bringen. Dieses wird jedoch - bspw. beim Siemersplatz - nur schwer bis gar nicht möglich sein.

Die Bevölkerung ist an der weiteren Entwicklung des Stadtteils und auch an den Planungen außerhalb des Stadtteils mit Wirkungen auf den Stadtteil zu beteiligen. Dieses erscheint von besonderer Wichtigkeit, da Lokstedt ein Stadtteil mit starkem Bevölkerungszuwachs, begrenzten Flächen, konkurrierenden Nutzungsansprüchen und nur wenigen Begegnungsorten ist.

 

Der RA/Lo hat den Bericht in seiner Sitzung am 10.11.2014 zur Kenntnis genommen.

 

 


Petitum/Beschluss:

Die Bezirksversammlung nimmt den Bericht zur Kenntnis.

 


Anlage/n:

Bericht zu den Perspektiven für den Stadtteil Lokstedt einschließlich der Veranstaltungsdokumentation „Lokstedt im Wandel“