Bezirksversammlung Eimsbüttel

Drucksache - 20-1247  

 
 
Betreff: Sozialverträgliche Bebauung der Fläche am Hörgensweg
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:D1 - Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Entscheidung
17.12.2015 
Sitzung der Bezirksversammlung an Ausschuss überwiesen   
Stadtplanungsausschuss Vorberatung
19.01.2016 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses zurückgestellt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Die Fläche des ehemaligen Gärtnereibetriebes am Hörgensweg ist bislang als Gewerbefläche ausgewiesen. Der derzeitige Besitzer hat jedoch signalisiert, die Fläche für den Wohnungsbau nutzen zu wollen. Nach aktuellen Planungen sollen u.a. Wohnungen im sogenannten Schnellbauverfahren für Flüchtlinge errichtet werden.

Am Duvenacker wird in unmittelbarer Nähe bereits eine sehr große Zahl an Schnellbau-Wohnungen für Flüchtlinge geplant.

In direkter Nachbarschaft ist ein ehemaliger Baumarkt im SOG-Verfahren als Notunterkunft belegt worden. Eine Entlastung für das Gebiet wird hier im Frühjahr 2016 erwartet, wenn das Gebäude einer gewerblichen Nutzung zugeführt wird.

Diese positive Entwicklung, die ggf. sogar zu zusätzlichen Arbeitsplätzen im Niedriglohnsektor führen könnte, sollte nicht genutzt werden, die freien Flächen in zu großer Masse zu verwerten.

Direkt an bzw. zwischen diesen beiden Flächen liegen mit dem Wohngebiet Eidelstedt-Nord und den Straßen um den Wiebischenkamp Gebiete Eidelstedts, in denen die soziale Situation stark angespannt ist und sich laut Sozialmonitoring-Bericht 2014 tendenziell noch weiter ins Negative verändern könnte.

Eine weitere Bebauung am Hörgensweg sollte vor diesem Hintergrund sorgfältig auf die Sozialverträglichkeit hin geprüft werden, um eine weitere Belastung dieses Gebietes auszuschließen. Der im Sozialmonitoring-Bericht negative Trend muss um jeden Preis umgekehrt werden. Sollten die momentanen Vorschläge zur Planung einer Bebauung in Art und Umfang umgesetzt werden, besteht die Gefahr, dass sich in den nächsten Jahrzehnten sozial schwache Strukturen dauerhaft verfestigen, die auf lange Zeit nicht verändert werden könnten.

Zu berücksichtigen ist auch, dass in der Regel in Gebieten mit einem niedrigen Sozialindex, der Widerstand der Anwohnerinnen und Anwohner meist schwächer erscheint, dies aber oft nur, weil die nötigen (finanziellen) Mittel für ein Engagement von Anwälten und/oder die Gründung von Bürgerinitiativen fehlen. Die wahre Sichtweise und Wahrnehmung drückt sich unter Umständen durch Ablehnung aus.

Die Politik und Verwaltung tragen dadurch eine besondere Verantwortung, die Integrationskraft Eimsbüttels für Flüchtlinge und potentielle Neubürger nicht dadurch zu gefährden, dass auf zu engem Raum problematische Strukturen verfestigt werden, die das gesamte Bild eines Stadtteils prägen.

 


Petitum/Beschluss:

Der Bezirksamtsleiter wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass, sofern möglich an oben genannter Stelle zwischen der BAB 7 und dem Hörgensweg Wohnungsbau stattfindet. Im Rahmen eines ordentlichen Bebauungsplanverfahrens sind folgende Aspekte zwingend zu prüfen und umzusetzen:

 

-          Eine Mischbebauung, die zu 25 % aus auf dem 1. Förderweg gefördertem Wohnungsbau,  zu 25% auf dem 2. Förderweg gefördertem Wohnungsbau  sowie 50% aus frei finanziertem Wohnungsbau besteht. Hiervon sollte maximal 20% der Fläche im Wege des Schnellen Wohnungsbaus realisiert werden;

-          Eine Bebauung, die sich hinsichtlich Größe und Zuschnitt bevorzugt an junge Familien mit mittlerem bis niedrigen Einkommen richtet;

-          Wohnungsbaugenossenschaften und Baugemeinschaften sind bevorzugt mit einzubeziehen;

-          Eine Gesamtzahl von 600 WE wird nicht überschritten;

-          Die Landschaftsplanung soll so gestaltet werden, dass durch viel Grün und Freizeitangebote ein attraktives und auch für angrenzende Siedlungen nutzbares Umfeld entsteht, das zur Durchmischung des gesamten Gebietes führt;

-          Die angrenzenden Siedlungen in Eidelstedt-Nord werden umfassend in ihrer Sozialentwicklung betreut und unterstützt. Hierzu werden Mittel aus dem RISE-Programm eingeworben.

 

Hans-Hinrich Brunckhorst, Rüdiger Kuhn, Niels Böttcher und Fraktion

 

 


Anlage/n:

keine