Bezirksversammlung Eimsbüttel

Drucksache - 20-1450  

 
 
Betreff: Fluglärmschutz für Eimsbüttel
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:D4 - Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt Beteiligt:Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt
    Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt
   Fachamt Gesundheit
Beratungsfolge:
Regionalausschuss Lokstedt Vorberatung
11.04.2016 
Sitzung des Regionalausschusses Lokstedt zurückgestellt   
09.05.2016 
Sitzung des Regionalausschusses Lokstedt beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Der Betrieb des Großflughafens Fuhlsbüttel führt seit Jahren zu erheblichen Lärmbelastungen - auch im Bezirk Eimsbüttel. Studien belegen die gesundheitliche Belastung und die signifikante Erhöhung von Krankheiten durch Lärmemissionen im Bereich der Start- und Landebahnen. Hierzu zählen insbesondere Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Bei den möglichen und wirksamen Maßnahmen zur Vermeidung von Fluglärm kommt dem aktiven Lärmschutz (leisere Flugzeuge, lärmreduzierte An- und Abflugverfahren, Einhaltung der Nachtruhe und weniger Flugbewegungen) ein große Bedeutung zu. Die Zahl der lärmintensiven Starts in Richtung Niendorf/Lokstedt hat sich von 17.214 Starts im Jahr 2013 auf 25.998 Starts im Jahr 2014 erhöht und mit einem prozentualen Anteil von 34,5 Prozent über Niendorf und Lokstedt (2013: 24 Prozent) historisch einen Spitzenwert eingenommen. Zusätzlich nehmen die verspätet eintreffenden Flüge zwischen 23 und 24 Uhr deutlich zu und haben aktuell Ende Oktober 2015 schon den Wert des Vorjahres übertroffen.

Nach Ausführungen der Fluglärmschutzbeauftragten im Regionalausschuss Lokstedt lässt sich feststellen, dass die Erhöhung der Landeentgelte aus dem 16-Punkte-Plan des Senats für den Fluglärmschutz keine Lenkungswirkung bezüglich der Verspätungen entfaltet hat. Folgerichtig haben die Beschwerden über Fluglärm gegenüber dem Vorjahr sprunghaft zugenommen.

Neben der deutlich erhöhten Zahl von Starts und Landungen ist der Niendorfer Bereich um den Flughafen herum zusätzlich durch die Starts in Richtung Poppenbüttel/Lemsahl betroffen. Flugzeuge mit dieser Startrichtung fahren in Niendorf ihre Triebwerke für den Start hoch. Diese Lärmbelästigungen werden in der offiziellen Statistik jedoch nicht berücksichtigt, ebenso fehlt eine geeignete Messstelle zur Erfassung des Fluglärms in Nähe des Niendorfer Kopfes der Start- bzw. Landebahn.

 


Petitum/Beschluss:

Die Bezirksversammlung bittet die Vorsitzende der Bezirksversammlung, sich bei der zuständigen Behörde (BWVI / BUE) für

1. die Prüfung der Möglichkeit zur Errichtung wirksamer Lärmschutzeinrichtungen rund um den Niendorfer Kopf der Start- bzw. Landebahn einzusetzen. Über das Ergebnis der Prüfung sind die Mitglieder der Bezirksversammlung schriftlich zu informieren.

 

2. eine derartige Erhöhung der Verspätungsgebühren bei Landungen zwischen 23 Uhr und 24 Uhr einzusetzen, so dass den Fluggesellschaften keinesfalls ein ökonomischer Vorteil aus der Nutzung der Verspätungsregelung erwachsen kann.

 

3. eine Errichtung einer Messstelle in Höhe des Niendorfer Kopfes der Start / Landebahn einzusetzen.

 

Dietmar Kuhlmann, Lisa Kern und GRÜNE-Fraktion

 


Anlage/n:

keine