Bezirksversammlung Eimsbüttel

Drucksache - 20-2389  

 
 
Betreff: Eidelstedt 30 - Frei finanzierter Wohnungsbau auf der ehemaligen „Opel-Dello-Fläche“ in Eidelstedt
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:D1 - Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Entscheidung
13.07.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung an Ausschuss überwiesen   
Stadtplanungsausschuss Vorberatung
05.09.2017 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses zurückgestellt   
10.10.2017 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses zurückgestellt   
05.12.2017 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses zurückgestellt   
09.01.2018 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses zurückgestellt   
23.01.2018 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses abgelehnt   
Stadtplanungsausschuss Vorberatung
Stadtplanungsausschuss Vorberatung
Stadtplanungsausschuss Vorberatung

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Auf der ehemaligen Opel-Dello-Fläche sowie auf den angrenzenden Flächen am Eidelstedter Platz zwischen Eidelstedter Dorfstraße und Rungwisch (Bebauungsplangebiet Eidelstedt 30) sollen rund 300 neue Wohnungen entstehen.

Im Stadtteil Eidelstedt entstehen in der nächsten Zeit viele neue Wohnungen, überwiegend handelt es sich dabei um sozial geförderten Wohnungsbau, wie beispielsweise die über 100 Wohneinheiten am Furtweg. Insgesamt kommen in Eidelstedt in der nächsten Zeit ca. 1564 Wohneinheiten neu dazu. Allein durch die Bauvorhaben am Hörgensweg und am Duvenacker wird dabei mit einem Zuzug von 1000 bis 1800 Flüchtlingen gerechnet, eine immense Integrationsaufgabe für den Stadtteil. Die Bevölkerung wird nach derzeitigen Schätzungen im Stadtteil bis zum Jahr 2020 um weit mehr als ca. 10% ansteigen. Auch bei den bereits entstandenen Wohnungen hat man auf sozial geförderten Wohnraum gesetzt, so ist z.B. gegenüber der so genannten „Opel-Dello-Fläche“ an der Ecke Kieler Straße/ Elbgaustraße zu 100 % sozial geförderter Wohnungsbau mit 67 Wohneinheiten entstanden.

Zum 01. Januar 2017 wies Eidelstedt an der Gesamtbevölkerung Eimsbüttels einen Anteil von 12,4%  auf. Tatsache ist aber von den, seit dem Jahr 2000 entstandenen 919 sozial geförderten Wohnungen im Bezirk Eimsbüttel, sind 300 in Eidelstedt entstanden, also rund ein Drittel (zu vgl. Drs. 21/9083). Dass diese einseitige Ausrichtung beim Wohnungsbau zu erheblichen Problemen im Stadtteil, der als einziger im Bezirk Eimsbüttel bereits in den letzten Jahren schon einen sinkenden Sozialindex auswies, führen wird, ist bekannt und wird offensichtlich zum Schutz anderer Stadtteile im Bezirk in Kauf genommen. Entgegen dem im Wohnungsbauprogramm Eimsbüttel 2015/16  im Kapitel "Soziale Mischung" dargelegten Vorsatz: "Ein Ziel ist es, der zunehmenden Spaltung der Stadt entgegen zu wirken und die durchmischten Strukturen als Grundlage für lebendige Nachbarschaften zu erhalten. Dafür soll preiswerter Mietwohnraum über das gesamte Bezirksgebiet erhalten und zusätzlich geschaffen werden."

Die Ausweisung als RISE-Gebiet und Integrationskonzepte sind unerlässlich, können aber einer drohenden Stigmatisierung des Stadtteils kaum entgegenwirken.

Hamburger Stadtteile leben von ihrer Vielfalt mit einer ausgewogenen Mischung von höherwertigem Wohnraum und sozial geförderten Wohnungsbau, nur diese Mischung macht Stadtteile auch für alle Bevölkerungsschichten attraktiv. Entfällt diese Ausgewogenheit wird ein Stadtteil schnell von finanziell besser gestellten Wohnungssuchenden gemieden, es ziehen dann oft nur noch Menschen zu, die nicht unbedingt die freie Wahl auf dem Wohnungsmarkt haben, mit der Folge, dass die Nennung der Anschrift schon zu Stigmatisierungen z.B. bei Banken usw. führen kann.  Dieses muss unbedingt verhindert werden durch neuen qualitativ hochwertigen Wohnungsbau.

 


Petitum:

Der Bezirksamtsleiter wird aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass auf der Fläche am Eidelstedter Platz/Kieler Straße zwischen Eidelstedter Dorfstraße und Rungwisch  als Beitrag zu einer sozialverträglichen Entwicklung im Stadtteil Eidelstedt ausschließlich frei finanzierter Wohnungsbau zugelassen wird und das trotz Überschreitung der Baugrenzen und der vom Investor gewünschten Freistellungen.

 

Hans-Hinrich Brunckhorst, Rüdiger Kuhn, Niels Böttcher und CDU-Fraktion

 


Anlage/n:

keine