Bezirksversammlung Eimsbüttel

Drucksache - 21-0794  

 
 
Betreff: Ein wirksames Klimaschutzkonzept für Eimsbüttel
Status:öffentlichDrucksache-Art:Gemeinsamer Antrag
Federführend:D1 - Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Entscheidung
27.02.2020 
Sitzung der Bezirksversammlung beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

Der von Menschen verursachte Klimawandel mit irreversiblen Folgen ist weltweit schon zu spüren. Die globalen Temperaturen sind gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter um mehr als 1,1° Celsius gestiegen (WfM2017[1]). Um eine weitere unkontrollierbare globale Erwärmung zu minimieren, ist es unerlässlich, die Treibhausgasemissionen schnellstmöglich massiv zu reduzieren. Gleichzeitig gilt es, sich auf die jetzt schon abzeichnenden Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Hamburg wird – und ist schon – in mehrfacher Weise vom Klimawandel betroffen: Je nach Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen ist mit einer durchschnittlichen Temperaturerhöhung in einer Bandbreite zwischen 3° bis 5° Celsius bis Ende des Jahrhunderts gegenüber dem Beginn des 20. Jahrhunderts zu rechnen (von Storch et al. 2018[2]). Auch die Niederschlagsverteilung ändert sich drastisch: Die Folgen sind häufigere Extremwetterlagen, trockenere Sommer und niederschlagsreichere Winter. Vermehrt wird mit Hitzeperioden in den Sommermonaten und stärkeren Sturmereignissen im Herbst/Winter gerechnet. Hamburg wird dabei aufgrund seiner geographischen Lage sowohl von den steigenden Sturmfluten aus der Nordsee als auch von Überschwemmungsgefahr aus dem Landesinneren betroffen sein.

Der Klimawandel stellt mittelfristig eine Bedrohung für die Gesundheit der Hamburgerinnen und Hamburger dar. Hinzu kommt als innerstädtisches Problem – der Stadtklima-Effekt –, der die Temperaturen innerhalb der Städte noch zusätzlich steigen lässt und nächtliche Abkühlung verhindert.

Es ist dringend erforderlich auch auf bezirklicher Ebene in Eimsbüttel einen strukturellen Rahmen zu schaffen, welcher die bisherigen Bemühungen des Bezirksamtes sowie den Klimaplan der Stadt Hamburg berücksichtigt. Dabei soll der Fokus auf die Bereiche gelegt werden, die der Bezirk auch direkt im Rahmen seiner Befugnisse beeinflussen kann.

 


[1] WfM – Weltorganisation für Meteorologie (2017): Climate breaks multiple records in 2016, with global impacts. In: Pressmitteilung Nr. 04/2017. Unter: https://public.wmo.int/en/media/press-release/climate-breaks-multiple-records-2016-global-impacts, abgerufen am 12. Februar 2020.

[2] Von Storch, Hans; Insa Meinke; Martin Claußen Hrsg. (2018): Hamburger Klimabericht. Wissen über Klima, Klimawandel und Auswirkungen in Hamburg und Norddeutschland. Unter: https://oapen.org/viewer/web/viewer.html?file=https://oapen.org/document/1001928, abgerufen am: 12. Februar 2020

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Petitum:

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten,

die bereits andauernde Einwerbung von finanziellen Mitteln zur Erstellung eines Klimakonzeptes für den Bezirk Eimsbüttel zu priorisieren.

Das zu erstellende Konzept soll die drei Bereiche Ist-Studie, Potential-Studie und Maßnahmenkatalog umfassen.

Das Konzept soll sich zunächst auf die Bereiche fokussieren, welche auf bezirklicher Ebene gesteuert und direkt beeinflusst werden können.

Besondere Schwerpunkte sind:

  • Stadt- und Verkehrsplanung (bspw. bauliche Förderung des Umweltverbundes ÖPNV, Fuß- und Radverkehr; Identifikation von Arealen mit hohem Handlungsdruck zur Vermeidung von Hitzeinseleffekten und Verringerung negativer Folgen von Starkregenereignissen; Potential zur Verringerung von Durchgangsverkehren);
  • Entsiegelung und ökologische Förderung von Grünflächen, nachhaltige Grünflächenpflege sowie eine positive Baumbilanz unter Berücksichtigung des Grünvolumens;
  • Bezirkliches Handeln (bspw. Beschaffungswesen)
  • Neubauten (bspw. Solar; Dachbegrünung; Grünfassaden; klimafreundliche Heizungssysteme wie Blockheizkraftwerke und Fernwärme)
  • Analog hierzu Nachrüstungsmaßnahmen für den Altbau-Bestand und bezirkliche Liegenschaften
  • Aktivierende Klimaschutzberatung für Bürgerinnen und Bürger des Bezirkes sowie Akteure des Bezirks (Industrie, Wohnungswirtschaft, Handwerks- und Gewerbebetriebe, Selbständige)

Es soll schon jetzt geprüft werden, in welchen Bereichen der Bezirk bzw. das Bezirksamt in seinem Handeln Vorbild für klimafreundliches Handeln werden kann.

Der Vorgang zur Erstellung des Konzeptes (Fortschritt) soll als ständiger Tagesordnungspunkt im Ausschuss Grün, Nachhaltigkeit, Umwelt, Verbraucherschutz, Wirtschaft und Digitalisierung vorgestellt werden.

 

 

 

Nico Thies, Jan Koriath, Dietmar Kuhlmann, Sebastian Dorsch und GRÜNE-Fraktion
Rüdiger Kuhn, Sascha Greshake, Dr. A.W. Langhein und CDU Fraktion

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlage/n:

keine