Bezirksversammlung Eimsbüttel

Drucksache - [ID2397]/XVII  

 
 
Betreff: HVV-Tarifreform
Wegfall der Übertragbarkeit der CC-Karte vernünftig und sozial verträglich?
Drs. 3605/XVII – Zusatz-Antrag der CDU-Fraktion zu Drs. 3579/XVII
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:D1 - Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung
28.06.2007 
Sitzung der Bezirksversammlung beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Eimsbüttel

Bezirksversammlung

 

              Drucksachen-Nr.

              25.06.2007


 

Antrag

der CDU-Fraktion

- öffentlich -


 


 

Beratungsfolge

am

TOP

Bezirksversammlung

28.06.2007

23.1

 


!Titel!


HVV-Tarifreform

Wegfall der Übertragbarkeit der CC-Karte vernünftig und sozial verträglich?

Drs. 3605/XVII – Zusatz-Antrag der CDU-Fraktion zu Drs. 3579/XVII


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt/Fragen

 


Zum Wegfall der Übertragbarkeit der CC-Karte hat der HVV folgende Stellungnahme abgegeben:

1. CC-Karte Wegfall der Übertragbarkeit der Monatskarte

Ursprungsidee:
Die CC-Karte ist für den Freizeit- und Gelegenheitsverkehr konzipiert. Mit ihr sollen im Durchschnitt weniger Fahrten als mit einer Allgemeinen Zeitkarte unternommen werden. Nur so kann eine Zeitkarte zu einem so günstigen Preis angeboten werden.

Die übertragbare CC-Monatskarte wird aber entgegen der Ursprungsvermutung / -berechnung häufig von mehreren Personen genutzt und daher zu deutlich mehr Fahrten, als dies für den Freizeit- und Gelegenheitsverkehr zu erwarten wäre. Hierdurch entstehen den HVV- Verkehrsunternehmen Mehrkosten, da jeder weitere Nutzer der übertragbaren CC- Monatskarte keine eigene Fahrkarte zu lösen braucht. Die Übertragbarkeit psst daher nicht zu einer Fahrkarte, die für eine geringere Nutzungshäufigkeit ausgelegt ist. Auch ist für Fahrgäste mit viel teureren Allgemeinen Zeitkarten kaum nachzuvollziehen, weshalb gerade die günstigste Zeitkarte im HVV, die CC-Monatskarte, mit einem so hochwertigen Zusatznutzen wie der Übertragbarkeit ausgestattet ist.

2. CC-Karte überproportionale Preisanhebung

Die CC-Karte ist ein Angebot, das sich vor allem an Personen richtet, die nur gelegentlich, also nicht täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Im Rahmen der Flexibilisierung der Arbeitszeiten hat sich jedoch eine Situation ergeben, in der die Vollzeitbeschäftigten eine sehr große Nutzergruppe der CC-Karte darstellen. Bei den CC-Monatskarten ist diese Nutzergruppe sogar die größte. Aus dem Blickwinkel der Tarifgerechtigkeit ist nicht einzusehen, dass diese Vollzeitbeschäftigten erheblich weniger für ihren täglichen Weg zur Arbeit ausgeben als diejenigen, die Allgemeine Zeitkarten kaufen müssen. Aber auch im reinen Freizeit- und Versorgungsverkehr wird die CC-Karte sehr intensiv genutzt, so dass der äußerst hohe Rabatt nicht mehr gerechtfertigt ist.

Die Ermäßigung der CC-Großbereichskarte (43,50 Euro) gegenüber der Allgemeinen Monatskarte für den Großbereich (83,00 Euro) beträgt fast 50 %. In anderen Verbünden Deutschlands liegt die Ermäßigung für vergleichbare Angebote in der Regel zwischen 15 % und 30 %. Auch aus dieser Perspektive ist die geplante Erhöhung der Preise der CC-Karten als maßvoll zu betrachten.
 

Die CC-Karte war demnach auch gerade nach Aussage des HVV ausnahmsweise so konzipiert, dass sie von mehreren Fahrgästen genutzt werden sollte, die die Karte nicht regelmäßig benötigen, aber doch häufiger von ihr Gebrauch machen, da sie sonst ja keine Monatskarte kaufen würden. Wenn der HVV jetzt annimmt, dass er sich verrechnet hat und mit der Karte kein Geschäft macht, weil es sich angeblich herausgestellt hat, dass die CC-Karte doch häufiger eingesetzt wird als vermutet, so entstehen dem HVV dadurch keine ‚Mehrkosten’ wie von ihm fälschlich behauptet, sondern allenfalls weniger Einnahmen.

 Die Zahl der Käufer einer CC-Karte wird allerdings ohne das günstige Angebot der Übertragbarkeit zwangsläufig stark zurückgehen, so dass im Endeffekt keine Mehreinnahmen durch den Wegfall der Übertragbarkeit zu erwarten sind, aber sozialer Schaden angerichtet wird.

 Auf der Strecke bleiben nämlich bei einer ‚nicht-übertragbaren’ CC-Karte Rentner-Ehepaare, Arbeitslose und andere Bedarfsgemeinschaften, die sich eine eigene Monatskarte nicht oder nur schwer leisten können. Auch die Personen, für die CC-Karte ursprünglich konzipiert war, weil sie verhältnismäßig selten den ÖPNV nutzen, so dass sich für sie eine eigene Monatskarte nicht lohnt, würden dann wieder auf das Auto umsteigen.

 


 

Beschlussvorschlag

 


Die Bezirksversammlung möge folgende Option beschließen:

Falls die in der Drs. 3579 geforderte Beibehaltung der generellen Übertragbarkeit der CC-Karte nicht durchgesetzt werden kann, möge der Vorsitzende der Bezirksversammlung sich gegenüber dem Senat und dem Hamburger Verkehrsverbund dafür einsetzen, dass zumindest jeweils eine zweite Person die CC-Karte nutzen kann. Die beiden Nutzerberechtigungen könnten dann durch 2 Lichtbilder auf der Karte nachgewiesen werden.

 

 

 

 

 

gez. Hans-Joachim Wagner und Fraktion


 

 

             


 

 

Anlage/n:

ohne Anlagen