Bezirksversammlung Eimsbüttel

Drucksache - [ID2399]/XVII  

 
 
Betreff: Wir wollen die Kirche im Dorf lassen!
Drs. 3366/XVII – BV-Beschluss vom 25.01.2007
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage der/des Vorsitzenden
Federführend:D1 - Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung
28.06.2007 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Eimsbüttel

Bezirksversammlung

 

              Drucksachen-Nr.

              25.06.2007


 

Mitteilung

des vorsitzenden Mitglieds der Bezirksversammlung

- öffentlich -


 


 

Beratungsfolge

am

TOP

Bezirksversammlung

28.06.2007

5.1

 


!Titel!


Wir wollen die Kirche im Dorf lassen!

Drs. 3366/XVII – BV-Beschluss vom 25.01.2007


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt

 


Die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) nimmt zu dem  Beschluss wie folgt Stellung:

 

Die Idee, ein entwidmetes Kirchengebäude als Mehrgenerationenhaus und Treffpunkt im Stadtteil zu nutzen, wird von der BSG begrüßt, die jedoch nicht über Investitionsmittel verfügt, um den Umbau des Gebäudes durch einen Zuschuss zu fördern. Insofern sollte ein privater Investor für das Vorhaben gewonnen werden.

 

Der Leiter des Amtes für Familie, Jugend und Sozialordnung der BSG wird sich des Vorhabens annehmen und das Bezirksamt, in dessen Kompetenz die sozialräumlichen Angebote und Leistungen der Familienhilfe fallen, bei der Verwirklichung unterstützen und als Ansprechpartner für die Lösung von Problemen bei der Realisierung zur Verfügung stehen.

 


 

Beschlussvorschlag

 


Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Drs. 3366.1

Wir wollen die Kirche im Dorf lassen!

 

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

1.      Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, an die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) die Aufforderung zu übermitteln, nicht gebundene Mittel zur Stadtteilförderung in Eimsbüttel zur Verfügung zu stellen, die es ermöglichen, dass die – entwidmete – Kirche St. Stephanus *) zur Nutzung für soziale Zwecke umgebaut und ausgestattet werden kann.

 

2.      Auch wenn es in erster Linie als eine Aufgabe der BSG angesehen wird, in einem dicht besiedelten Stadtteil wie Eimsbüttel für die Verwirklichung eines für Hamburg sehr wichtigen und vorbildhaften sozialen Projektes zu sorgen, so wird doch vorsorglich auch der Bezirksamtsleiter gebeten, sich dafür einzusetzen, dass die Stephanuskirche mit Hilfe von Sponsoren für soziale Zwecke nutzbar gemacht werden kann, so dass sicher gestellt ist, dass hierfür nicht anderen sozialen Einrichtungen und Projekten Mittel entzogen werden.

 

Begründung:

Seit geraumer Zeit ist die evangelische Kirche bemüht, einen Nutzer für die ehemalige Kirche St. Stephanus zu finden. Erinnert sei nur an den auf erheblichen Widerstand bei den Anwohnern gestoßenen Versuch, eine Eventgastronomie dort einzurichten. Auch ein Kolumbarium war zwischenzeitlich im Gespräch. All diese Pläne scheiterten und die Schwierigkeiten sind groß, eine geeignete Nutzung zu finden.

Nun zeichnet sich die Möglichkeit einer sozialen Nutzung ab. Das Mütterzentrum Eimsbüttel wird voraussichtlich über mehrere Jahre Mittel aus dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser erhalten. Damit es noch mehr als bisher ein offener Tagestreffpunkt für Menschen aus mehreren Generationen sein kann, möchte es neue Räumlichkeiten beziehen. Die Stephanuskirche wäre hierfür nach einem Umbau ein sehr guter Standort. Sie liegt mitten in Eimsbüttel und böte die Möglichkeit, dass auch andere soziale Einrichtungen dort mit einbezogen werden können. Dies wäre ganz im Sinne der Schaffung eines Mehrgenerationenhauses, da das Konzept auch auf strategische Partnerschaften mit anderen Einrichtungen und Institutionen setzt.

Allerdings kann der Umbau der Stephanuskirche nicht (allein) aus den Mitteln des Förderprogramms finanziert werden. Hier ist der Senat in der Pflicht! In den nächsten Jahren sollen sozial benachteiligte Stadtteile mit 90 Millionen Euro gefördert werden. Das darf sich nicht nur auf Stadtteile beziehen, denen das Stigma „Benachteiligung“ anhaftet. Menschen, die Hilfe und Unterstützung brauchen, gibt es in allen Stadtteilen. Gerade das geplante Projekt spricht niederschwellig solche Menschen an und dient ihrer Integration im Stadtteil. Sein Vorbildcharakter reicht weit über den Stadtteil Eimsbüttel hinaus.

Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass die Stephanuskirche wieder das werden kann, was sie vor ihrer Entwidmung war, nämlich ein Ort der Begegnung in Eimsbüttel.

 

*) Das Gebäude befindet sich im Eidelstedter Weg 107 / Lutterothstraße 98 / Sartoriusstraße

 


 


 

 

Anlage/n:

ohne Anlagen