Bezirksversammlung Eimsbüttel

Drucksache - [ID2650]/XVII  

 
 
Betreff: Individuelle Anforderung von Grünzeiten an Fußgängerampeln
Drs. 3761/XVII – Antrag der SPD-Fraktion
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Federführend:D4 - Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung
29.11.2007 
Sitzung der Bezirksversammlung an Ausschuss überwiesen   
Ausschuss für Verkehr
12.12.2007 
Sitzung des Ausschusses für Verkehr beschlossen   
Bezirksversammlung
20.12.2007 
Sitzung der Bezirksversammlung beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Eimsbüttel

Bezirksversammlung

 

              Drucksachen-Nr.

              15.11.2007


 

Antrag

der SPD-Fraktion

- öffentlich -


 


 

Beratungsfolge

am

TOP

Bezirksversammlung

29.11.2007

15

Ausschuss für Verkehr

12.12.2007

3.2

Bezirksversammlung

20.12.2007

17.8

 


!Titel!


Individuelle Anforderung von Grünzeiten an Fußgängerampeln

Drs. 3761/XVII – Antrag der SPD-Fraktion


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt/Fragen

 


Der AV empfiehlt der BV die Beschlussvorlage.

 

Vor dem Hintergrund der Debatte um zu kurze Grünzeiten für Fußgänger, die aktuell im Zusammenhang mit der Neuplanung des Eidelstedter Platzes geführt wurde, ist festzustellen, dass es im Einzelfall durchaus Personen geben kann, die aufgrund ihres Alters und/oder einer Bewegungseinschränkung eine Straße selbst innerhalb des Fußgängergrüns und der anschließenden Räumzeit nicht von Bordstein zu Bordstein überqueren können. Dieser Personenkreis wäre zwar durch die generelle Regelung des § 1 StVO geschützt, da kein Autofahrer einen solch offensichtlich behinderten Menschen durch aggressives Anfahren gefährden oder schädigen dürfte.

 

Dass ein solcher „letzter Schutz“ im Einzelfall auch tragisch ausgehen könnte, zeigen die Umstände des tödlichen Verkehrsunfalls auf dem Winterhuder Weg, bei dem eine ältere Frau 20 m neben einer Ampel bei Stau zwischen den haltenden Fahrzeugen die Fahrbahn überquerte und von einem Lkw, der direkt vor ihr hielt und dessen Fahrer beim Anfahren die Frau wegen seiner besonders erhöhten Position nicht sehen konnte, überrollt wurde. Eine solch unglückliche Konstellation ist auch direkt an einer Ampel denkbar, bei der sich noch ein Fußgänger auf der Fahrbahn befindet, obwohl der Fahrverkehr bereits Grün erhält.

 

Bezogen auf alle Fußgängerverkehre an allen Ampelanlagen wäre der Kreis der so betroffenen Personen eher als gering einzuschätzen, so dass generelle Abweichungen von den Räumwegberechnungen der RiLSA für Fußgänger nicht angezeigt scheinen, aber dennoch individueller Handlungsbedarf bestehen kann.

 

Da die Stadt zweistellige Millionenbeträge für adaptive Ampelsteuerungen ausgibt, die (nur!) verkürzte Stauzeiten für Fahrzeuge (derzeit mit einer Verbesserung von nur 5% – 8%) zur Folge haben sollen, wäre eine angemessene Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen von Fußgängern, auch wenn sie im Einzelfall nicht geringe Kosten zur Folge haben würden, dringend angezeigt.

Denkbar wäre, die Anforderungsgeräte im Einzelfall so auszustatten, dass eine Grünzeitverlängerung z. B. mittels eines entsprechend programmierten Transponders angefordert werden kann. Solchermaßen infrage kommende Personen müssten einen Antrag stellen und durch entsprechende Überprüfung berechtigt werden.

Anmerkung:

In diesem Zusammenhang ist der Hinweis auf die so genannte Restzeitenanzeige in Sekunden an einigen Ampelanlagen angebracht, die mit viel Aufwand und Geld durchgeführt wurde und die mit breit angelegter Öffentlichkeitsarbeit der BBU begleitet wurde. Die Restzeitanzeige ist für Sicherheitsaspekte der Fußgänger absolut kontraproduktiv und fördert eher die Risikobereitschaft trotz des Rots noch die Fahrbahn zu betreten. Für den durch diesen Antrag zu schützenden Personenkreis ist eine solche Anzeige sogar extrem gefährlich, da sie den Fußgängern signalisieren, dass „ihre Zeit abgelaufen sei“, aber sie befinden sich immer noch auf der Fahrbahn.

 


 

Beschlussvorschlag

 


Der Vorsitzende wird gebeten sich bei der BSU dafür einzusetzen, dass bei Bedarf die Grünzeiten an Ampelanlagen von Fußgängern, die besonders langsam sind und für die selbst die gesamte Grünzeit und die anschließende Räumzeit zusammen nicht für eine sichere Überquerung ausreichen, durch eine individuelle Anforderung verlängert werden können.

 

 

 

 

Jutta Seifert und Fraktion


 

 

             


 

 

Anlage/n:

ohne Anlagen